Vor einem Vierteljahrhundert hat Klaus Heinrich die Aktualität der Psychoanalyse Sigmund Freuds behandelt: Mit der Kritik an der philosophischen Tradition und in der Auseinandersetzung mit den Sozialwissenschaften.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 04.08.2001
Wer Mitte der siebziger Jahre an einer bundesrepublikanischen Hochschule studiert hat, dem werden Klaus Heinrichs Gedanken über Siegmund Freund, die Psychoanalyse und die Kritik an der politischen Ökonomie sehr bekannt vorkommen, ist sich Hans-Dieter Gondek sicher, der Heinrichs Vorlesungen, die er damals an der Freien Universität Berlin gehalten hat, "vorzüglich ediert" vorgefunden hat. Erfreut ist der Rezensent aber nicht nur über die hohe Wissenschaftlichkeit der Ausgabe, sondern auch darüber, dass, von einigen "dem Geist der Zeit geschuldeten Einseitigkeiten" abgesehen, Heinrichs Vorlesungen durchaus noch Aktualität haben und die Psychoanalyse "unter einer theroretischen Spannung" halten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 31.03.2001
Die in diesem Band gesammelten Psychoanalyse-Vorlesungen des Berliner Religionswissenschaftlers Klaus Heinrich sind 25 Jahre alt - der Begeisterung des Rezensenten Hans-Jürgen Heinrichs über für ihn darin offenbar enthaltene bahnbrechende Erkenntnisse tut das keinen Abbruch. So kann man, oder wenigstens der Rezensent, bei Heinrich lernen, im scheinbar Unwesentlichen gerade die entscheidenden "Momente einer Verdrängung" zu erkennen - und daraus folgern, dass Geschichts- und Sozialwissenschaften sich auf das Fundament der Psychoanalyse stützen sollten. Als befänden wir uns in den 70er Jahren, wird der (emanzipatorischen, wie es natürlich heißt) "Wissenschaft Psychoanalyse" ein immenses gesellschaftskritisches Potenzial zugesprochen; zur Entsorgung des "pathogenen Materials" in der Gesellschaft scheint sie prädestiniert. Ein paar blinde Flecken erkennt der Rezensent dann zwar doch, aber er bleibt des Lobes voll über Heinrichs "Theorie und Praxis eines schweifenden, dialogischen Denkens".
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