Begegnet sind sie sich nie. Dennoch, die Parallelen ihrer Lebenswege sind überwältigend: ihre Ziele und Utopien, ihre künstlerischen, politischen und ethischen Vorstellungen, ja sogar ihre privaten Verhältnisse scheinen, einer geheimen Vorgabe folgend, beinahe identisch, jeder von ihnen hat in seinen 82 Lebensjahren eine ganze Epoche geprägt, so dass man hier von der "Goethe-Zeit" spricht und dort vom "Age of Jefferson". Die Lust am Neuen, die Furchtlosigkeit vor dem Unbekannten und davor, die Umwelt in Staunen zu setzen, wenn nicht zu brüskieren, ist ihnen beiden eigen: Nicht zufällig gehören sie dem Zeitalter der Aufklärung und der Revolutionen an, und beide verstanden ihr Lebenswerk als einen Auftrag für ihre eigene Zeit und für die Zukunft. Beide waren tätig bis zur letzten Stunde.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 01.11.2001
Durchaus interessant findet Heinz Horat den Versuch Krippendorffs, eine Parallelbiografie über Jefferson und Goethe zu schreiben. Obwohl sich die beiden Männer nicht kannten und kaum oder gar nichts voneinander gewusst haben, sei dies ein durchaus gelungenes Experiment. Da die Leben der beiden fast gleichaltrigen Männer außergewöhnlich gut dokumentiert seien, ergäben sich für den Leser "viele Einsichten... in die Epoche der Aufklärung und der Revolution".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.09.2001
In seinem Buch feiere Ekkehardt Krippendorff Goethe und Jefferson als "Lichtgestalten in einem goldenen Zeitalter der politischen Aufklärung". Im Mittelpunkt seines Vergleiches steht, so Rezensent Andreas Rosenfelder, neben vielen biografischen Anknüpfungspunkten die Wiederbelebung des antiken Politikbegriffs auf beiden Seiten des Atlantiks. Allerdings sei so manch interessante Beobachtung, die der Autor dabei mache, durch seine Moralisierung der Heroenviten ungenießbar. Der Rezensent ist nämlich ganz sicher, dass sich Krippendorff als "ihr prinzipientreuer Fürsprecher im eisernen Zeitalter der Mediendemokratie" wähnt. Für einen dritten Helden biete aber die Anlage seiner Studie, die dem auf Plutarch zurückgehenden Gattungsmodell der "Duographie" folge, keinen Platz.
Lena Schätte: Das Schwarz an den Händen meines Vaters Motte wird sie von ihrem Vater genannt. Eigentlich hat sie sogar zwei Väter: den einen, der schnell rennen kann und sich auf alle Fragen eine Antwort ausdenkt. Und den anderen,… Angelika Klüssendorf: Trost 2022. Angelika Klüssendorf erzählt von Liebe, Entzweiung und der Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Rita, Meisterin darin, sich in die falschen Männer zu verlieben, fällt plötzlich… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen…