Aus dem Amerikanischen von Anke Schomecker. Eine Auseinandersetzung des Autors mit seinem Urgroßvater Herman Melville und dessen Hauptwerk "Moby Dick", zugleich eine literarische und historische Reise, die von 1492 bis ins 20. Jahrhundert führt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 11.08.2001
Uwe Pralle zeigt sich recht begeistert darüber, dass das literarische Werk des 1999 im Alter von 82 Jahren verstorbenen Schriftstellers Paul Metcalf in unseren Breitengraden endlich zur Kenntnis genommen wird. "Genua", 1965 erstmals publiziert, liegt nun in einer deutschen Übersetzung vor, freut sich der Rezensent, dem eines sehr deutlich wurde: die biografischen Spuren des Urgroßvaters Herman Melville sind in diesem Roman nicht zu übersehen. Hier kreuzen sich die Wege von Carl, dem Bruder des Protagonisten Michael Mills, Kolumbus (dessen Geburtsstadt dem Roman seinen Namen lieh) und Melville selbst, berichtet der Rezensent, der von der Montagetechnik des Autors überaus angetan ist. Dem Leser dieses eigenwilliges Romans verspricht Pralle erzählerische Kraft, Facettenreichtum und abenteuerliche Entdeckungsreisen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.03.2001
Walter Klier weist in seiner Rezension zunächst darauf hin, dass es sich bei dem Autor um einen Urgroßenkel Herman Melvilles handelt, was für diesen Roman von nicht unerheblicher Bedeutung zu sein scheint. Denn Melville wird hier von Metcalf "mit Hilfe einer avantgardistischen Zerhack- und Moniermethode zu verdauen" versucht. Das klingt jedoch grausamer als es ist, beruhigt Klier. Vielmehr ist seiner Ansicht nach bei diesem Verdauungsversuch ein "überraschend lesbares, ja berührendes" Stück Literatur herausgekommen, das den Rezensenten an den späten Claude Simon denken lässt, und das er durchaus unkonventionell findet. Der Reiz des Buchs scheint für Klier vor allem in der Montagetechnik und dem assoziativen Vorgehen Metcalfs zu liegen: So werden, wie der Rezensent erläutert, Reiseberichte von Kolumbus mit Walfängergeschichten, Melvilles Briefe mit der Geschichte zweier ungleicher Brüder verknüpft. Herausgekommen ist dabei nach Klier "etwas wie Literatur in ihrer reinsten Form", besonders weil Metcalf auf die Überleitungen des konventionellen Erzählens verzichte.
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