Was genau ist ein "Millennium"? Warum messen wir kalendarischen Fragen so große Bedeutung bei? Stephen Jay Gould widmet sich der menschlichen Obsession, alles in numerische Ordnungen zu bringen. Er erkundet, welchen Schemata solche Systeme folgen (vor allem Dichotomien, Dreier-, Fünfer- und Siebenerordnungen), welche Annahmen und/oder Irrtümer ihnen zugrunde liegen, und er zeigt, mit welchen Unregelmäßigkeiten wir trotz unseres Ordnungswahns leben, leben müssen: Monaten mit 28, 30 und 31 Tagen, Jahren mit mal 365, mal 366 Tagen und dergleichen mehr.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 24.11.1999
Der Zoologe und Wissenschaftsjournalist Stephen Jay Gould spürt der Vorliebe für regelmäßige Zahlen in der abendländischen Kultur nach und fragt, warum gerade die Zahl 1000 im Christentum eine so symbolische Bedeutung gewonnen hat. Dabei, so der Rezensent Michael Saager, erweist er sich viel zu sehr als ein Freund des Zufalls und der Unvorhersehbarkeit von Ereignissen, als dass er selbst dem Zahlenzauber erliegen könnte. Saager referiert das Buch, das unter anderem ausführlich auf die Frage eingehe, ob das dritte Jahrtausend nun 2000 oder 2001 beginnt, mit Wohlwollen, auch wenn ihn das für Gould "typische ironische Augenzwinkern" zuweilen ermüdet.
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