Ketil Bjoernstad

Erlings Fall

Roman
Cover: Erlings Fall
Insel Verlag, Frankfurt am Main 2001
ISBN 9783458170549
Gebunden, 278 Seiten, 20,35 EUR

Klappentext

Aus dem Norwegischen von Lothar Schneider. Erling Fall hatte sich schon immer, soweit er auch zurückdachte, als mittelmäßig empfunden, war aber doch seinen Weg gegangen, war Amtsrichter geworden, hatte geheiratet, eine nicht ganz unbekannte Malerin sogar, die zwei Töchter in die Ehe mitbrachte. Dann aber hatte er den Boden unter den Füßen verloren: Merete hatte ihn plötzlich nach zwölf Jahren Ehe verlassen, war mit einem Jazzgitarristen und den Kindern davongegangen. Erling hatte um sich geschlagen wie ein in die Ecke getriebenes Tier. Hatte sich, von Merete wegen Telefonterrors angezeigt und von seinem Amtsrichterposten beurlaubt, nur noch seinen Rachegedanken und seinem Selbstmitleid überlassen. Bis sein alter Freund Gudmund Kvaernland auftauchte. "Kontrolle über sich selbst, Erling. Und dadurch über andere. Manche nennen das Macht", hatte er gesagt und Erling Falls Leben in die Hand genommen. Er nahm ihn mit auf eine Expedition zum Himalaya, dann nach Taiwan und machte ihn zum juristischen Berater seines Unternehmens. Auf dem Flug dorthin hatte Erling zum erstenmal geträumt, einen Menschen zu töten.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 24.01.2002

Der Norweger Ketil Bjornstad ist ein echtes Multitalent, berichtet Aldo Keel. In 29 Jahren hat er 29 Bücher geschrieben, darunter viele Künstlerbiografien, und genießt außerdem den guten Ruf als Jazzpianist und Komponist. Sein neuer Roman handelt von "männlichen Befindlichkeiten in Zeiten der Verunsicherung", schreibt der Rezensent, und die sind alles andere als erheiternd. Bjornstads Protagonist, der Amtsrichter Erling Fall, gerät in psychische Turbulenzen, nachdem ihn seine Frau für einen Jazzgitarristen verlassen hat. Derart geschmäht unternimmt der Verlassene, um seine Ex-Frau zu beeindrucken, eine Expedition in den Himalaja und arbeitet fortan im Börsengeschäft eines Milliardärs. Die Kritik des Autors am "globalen Kasinokapitalismus als letzte Erfüllung des Männerwahns" findet Keel offensichtlich. Der Roman habe einen feinen selbstironischen Zug, aber insgesamt, so das Fazit des Rezensenten, stimme er eher melancholisch und nachdenklich.
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