Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Berlin, November 1958: Die Sowjets fordern in einem Ultimatum den Rückzug der alliierten Truppen aus Westberlin, das innerhalb von sechs Monaten zur "Freien Stadt" erklärt werden soll. In dieser politisch unsicheren Situation setzen sich viele Menschen in den Westen ab. Auch Jenny und Robert, Studenten der Humboldt-Universität und frisch verliebt, wägen die Risiken und Chancen des Bleibens und Gehens ab...
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Das Ultimatum - Info bei C.H. Beck
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.08.2002
Tobias Rüther passt sich in seinem verhaltenen Urteil dem Roman selbst an, "der große Gesten scheut und sparsam, aber treffend seine Effekte setzt". Ohne Pomp und erzählerische Kunstgriffe kommt die Liebesgeschichte von Jenny und Robert daher, lobt er. Die Erzählweise schmiege sich dem Thema an, "der Spannungsruhe zwischen Verharren und Fortgehen". Episodisch und fast "beiläufig erzählt" wirkt der Roman auf den Rezensenten, dabei "sacht von Melancholie angeweht", und damit die Stimmung der Zeit widerspiegelnd. Für Rüther ist Irene Ruttmanns spätes Romandebüt ein historisches Buch, dessen Fokus sich vom persönlichen Alltag des Liebespaars in der DDR der späten Fünfziger nach und nach auf die Weltpolitik öffnet.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 22.03.2001
Otto A. Böhmer ist sehr angetan von diesem Roman, dessen Autorin bisher nur als Kinderbuchautorin in Erscheinung getreten ist. Ihr erster Roman, der in den fünfziger Jahren in Berlin spielt und in dem sich ein Liebespaar entscheiden muss, ob es in den Westen fliehen oder in Ostberlin bleiben soll, hat nach Ansicht des Rezensenten vor allem die "Stärke", dass er nicht aus späterem "besserem Wissen" heraus argumentiert, sondern die Gründe und Überlegungen der Protagonisten genau ausleuchtet. Überdies gelingen Ruttmann "eindringliche Genrebilder" der ostdeutschen Gesellschaft mit ihrer bedrückenden Überwachungsatmosphäre, lobt der Rezensent.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.03.2001
Marion Lühe hat ihre Freude an diesem autobiografisch inspirierten Roman von Irene Ruttman, die bislang hauptsächlich Kinderbücher schrieb. Es geht um die Entscheidung einer jungen Frau und ihres Freundes in der DDR der späten 1950er Jahre, ob sie nun in den Westen gehen oder im Osten bleiben sollen. Der naive, aber genaue Blick der Protagonisten Jenny auf die Absurditäten des täglichen Lebens und seiner Banalitäten ermöglicht eine "im besten Sinne schlichte Prosa, die den Eindrücken und Stimmungen des Augenblicks folgt", findet die Rezensentin. Darüber hinaus nennt sie das Buch einen "in doppelter Hinsicht ... historischen Roman", weil er die DDR der Nachkriegsära beschreibe und gleichzeitig weiter reichende historische Parallelen ziehe, z.B. zum absolutistischen Frankreich.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 06.03.2001
Andrea Gnam ist hingerissen von dem Erstlingsroman der 1933 geborenen Autorin, die bislang ausschließlich Kinderbücher veröffentlicht hat. Ein Buch, das die Atmosphäre Ende der 50er Jahre in Ost-Berlin schildert, während Chruschtschows Ultimatum lief und sich der geistige Horizont im Osten Deutschlands zunehmend verengte und verdunkelte. Bleiben oder weggehen - eine Frage, die damals viele auf die eine oder andere Weise beantworteten. Nach Gnam versucht die Autorin zu ergründen, warum und aufgrund welcher Bilder im Kopf die Menschen sich damals diese Frage stellten. Welche Bedeutung kommt Räumen und Bildern in Zeiten politischer Enge zu, ist für Gnam das Hauptthema des Buches. Das Prinzip der räumlichen und zeitlichen Verschiebung von Bildern, die daraus ihre ganz besondere Suggestionskraft beziehen, wendet die Autorin nach Gnam auch für die Konstruktion des eigenen Romans an: es gibt eine in der Feudalzeit angesiedelte Parallelgeschichte, die aber gegenüber der atmosphärischen dichten Beschreibung der DDR-Zeit relativ blass bleibt, meint Gnam.
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