Die Welt ist voll von Dingen, die irgendwie unsinnig und überflüssig sind. Wer braucht denn im Ernst Karaoke, Waschbrettbäuche? Eine Abrechnung mit Lifestyle-Peinlichkeiten.
Wolfgang Müller hält sich mit diesem Buch nicht lange auf, weil er findet, dass es ohnehin keine Rolle spielt, wie es geschrieben ist. Die Autoren hätten "Recht, mal mehr, mal weniger". Lieber erzählt der Rezensent, was er selbst für überflüssig hält, zum Beispiel Tütensuppen mit Croutons, die beim Aufgießen mit heißem Wasser an die Oberfläche steigen. Was die Autoren hingegen für überflüssig halten, wird auch kurz erwähnt: Hunde mit Halstüchern zum Beispiel , oder auch Zungenpiercing. Und dann fällt Müller doch noch etwas ein, was er selbst für überflüssig hält: Fotos von Autoren, die stirnrunzelnd ihren Kopf auf ihren Finger stützen. Allerdings fragt sich der Leser am Ende, ob eine Rezension, die de facto nicht auf das Buch eingeht, nicht auch ein klein wenig überflüssig ist ...
Mit klaren Aussagen zu diesem Buch hält sich Harald Fricke hier weitgehend zurück. Zwar lese sich die Kritik an überflüssigen Dingen wie ins Haar gesteckter Sonnenbrillen oder Zungenpiercing "ohne große Einwände" weg, was sich fast wie ein Lob anhört. Doch gleichzeitig deutet Fricke eine leichte Langeweile an: "Berechenbar" sei die Kritik der Autoren, die sich nach der "Generation Golf" nun etwas mehr Verbindlichkeit wünschen. Und überhaupt: hier bediene man sich "der selben Logik" wie in der Werbung, etwa was die "Übereinstimmungsreize" betrifft, obwohl doch gerade diese Logik von den Autoren angeprangert werde, so in ihren abfälligen Äußerungen zu Trendsportarten- und produkten, Musikgeschmack oder Beziehungsabschliff.
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