Zwei Bände in nachtblauer Kartonschachtel. "Ein Würfelwurf - Un Coup de dés" wurde übersetzt und erläutert von Marie-Louise Erlenmeyer. "Eventail" beinhaltet Dichtungen, Essays und Übersetzungen von Stéphane Mallarmé, Joë Bousquet, Louis René des Forêts, Maurice Blanchot, Francis Ponge. Herausgegeben von Alma Vallazza. Übersetzt von Manfred Bauschulte, Werner Dürrson, Michael Donhauser und anderen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 03.03.2001
Um ein Buch mit einem wirklichen Schicksal handelt es sich beim einen Teil dieser beiden als Doppelpack herausgegebenen Bände, erzählt Rezensent Felix Philipp Ingold. Die von Marie-Louise Erlenmeyer angefertigte Übersetzung des Mallarméschen "Würfelwurfs", 1966 als bibliophil aufgemachter Band erschienen, verkaufte sich schlecht, die Buchreihe, in der sie erschien, wurde eingestellt, die Übersetzerin kaufte die Restauflage auf und verstaute sie in ihrem Keller. Dort fand man sie nach ihrem Tod, und die "edition per procura" verlegt jetzt die Restexemplare zusammen mit einem Band voller Aufsätze zu und Texte von Mallarmé, darunter weitere Studien zu seinem nie vollendeten "absoluten Buch" - zu dem der Würfelwurf eine Art embryonaler Entwurf sein sollte -, in einer "kostbaren Faltschachtel". Vor allem aber gibt es eine Reihe von Neuübersetzungen anderer Gedichte von Mallarmé, die Ingold (selbst Dichter und Übersetzer von Gedichten) "durchwegs höchst riskant" nennt. Wenngleich er sofort eingesteht, dass adäquate Übersetzung hier an vielen Stellen ein Ding der Unmöglichkeit ist, so bezeichnet er es als eher unverständliche und ungerechtfertigte Entscheidung, bei der Wiedergabe im Deutschen auf Rhythmus wie Reim des Originals zu verzichten. Seine Rede vom "Wortbruch" klingt dann aber drastischer, als sie wohl gemeint ist: ohne "nachhaltige Irritationen" nämlich, so Ingold, ist Mallarmé auch im Original nicht zu haben.
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