Aus diskursanalytischer Sicht untersucht Susanne Omran die Rolle bürgerlicher Frauenrechtlerinnen bei der Formierung der "Judenfrage". Sie zeigt, dass die Themen der Frauenbewegung, ob von Unsittlichkeit die Rede war oder - in Zeiten des Krieges - vom Dienst der Frauen an der Nation, immer wieder auf die Figur des Juden und auf das "Jüdische" Bezug nahmen. Deutlich wird damit die Verschränkung der Diskurse um Rasse und Geschlecht und deren Stellung zwischen Biologie und Politik.
"Ein gutes und wichtiges Buch" ist dieser Band nach Ansicht von Viola Roggenkamp, vor allem weil hier deutlich aufgezeigt werde, warum selbst liberale Flügel der Frauenbewegung nach 1900 nach und nach antisemitische Züge an den Tag legten. Dabei untersucht die Autorin auch, so Roggenkamp, welche Verbindungen es zwischen diesem Antisemitismus und den eigenen Erfahrungen (etwa "sexistischer Herabwürdigung") oder auch judenfeindlichen Klischees unter Christen es gegeben hat und wie dies letztlich zu einer Idealisierung deutscher Frauen führte.
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