Der vorliegende Band enthält die berühmtesten Gedichte Ginsbergs: das Langgedicht "Das Geheul", die große jüdische Totenklage "Kaddisch" oder Ginsbergs letztes Gedicht "Tod & Ruhm".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 24.11.1999
Ulrich Rüdenauer bespricht diesen Band zusammen mit Michael Schumachers "Allen Ginsberg. Eine kritische Biographie" (Hannibal Verlag)
1) Schumacher: "Allen Ginsberg"
Auf diesen Band weist Rüdenauer eigentlich nur mit der Nacherzählung einer Anekdote hin: wie Bob Dylan dem Dichter ein Tonbandgerät für 600 Dollar schenkte.
2) Ginsberg: "Gedichte"
Das Tonbandgerät sieht Rüdenauer als "Metapher der Ginsbergschen Schreib-Technik", die er als ein offenes Hinhören und Notieren, als ein Schamanentum des technischen Zeitalters hinstellt. In seiner ausführlichen Kritik zeichnet Rüdenauer Ginsbergs lange Karriere von der Beat Generation bis in die achtziger Jahre nach, als er mit der Rockband "The Clash" auf der Bühne stand. Er verweist auf die ungeheure Bedeutung des Gedichts "The Howl" und später auf die Wechselwirkung der Ginsbergschen Gedichte mit der Sphäre der Rockmusik. Viele seiner Texte versuchten die Prägnanz eines Songs zu erreichen - gerade hier findet er Ginsbergs Gedichte allerdings nicht immer überzeugend. In seinem Spätwerk zeige Ginsberg "routinierte Erstarrung".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.10.1999
1997 erlag der letzte Überlebende Poet der Beat Generation dem Leberkrebs. Nun legt der Hanser-Verlag einen Querschnitt seines Werks vor, den Heinrich Detering in der FAZ ausführlich und wohlwollend bespricht. Er nutzt die Rezension, um Ginsbergs Werk von den Anfängen in den vierziger Jahren bis in die Neunziger noch einmal Revue passieren. Als entscheidenden Moment bezeichnet Detering das legendäre Gedicht "Howl" (Geheul), das 1956 einen riesigen Skandal ausgelöst hat. Aber nicht, dass Ginsberg in diesem Gedicht obszön sei, habe letztlich diesen Skandal bewirkt, meint Detering, sondern die Verknüpfung des Obszönen mit der Sphäre des Heiligen und Religiösen. Detering zeigt, auf welchem Niveau Ginsberg an Dichter wie Whitman und William Carlos Williams angeknüpft hat (der zu dieser Auswahl ein Vorwort verfasst hat). In den siebziger Jahren sei die Lyrik dieses Popstars der Poesie, von dem der Reim "Flower Power" stammt, dann allerdings ins nur Spontane abgeglitten: Einfach alles rauslassen ist eben nicht immer Poesie, seufzt der Kritiker. Dennoch lobt Detering auch hier noch die
Präzision der Bilder. Über die Qualität der Übersetzungen schweigt er sich weitgehend aus.
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