Bücher der Saison
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John Dewey
Deutsche Philosophie und deutsche Politik
Klappentext
Aus dem amerikanischen Englisch von Hermann Kogge. Bearbeitet von Berthold Fresow. Herausgegeben und mit einer Einführung versehen von Axel Honneth. In den Essays, zwischen 1914 und 1941 geschrieben, geht der amerikanische Philosoph Dewey, neben Pierce und James einer der bedeutendsten Vertreter der amerikanischen Philosophie, der Frage nach, inwieweit die deutsche Philosophie - gerade auch jene des 19. Jahrhunderts - Ideen lieferte, die Hitler und die Nationalsozialisten für ihre eigene Ideologie der Rasse, von "Blut und Boden" übernehmen konnten. Dewey fragt nach der besonderen Eigenart des deutschen Denkens, das er von Luther über Kant und Herder bis zu Hegel und Fichte nachzeichnet, und wie dieses zur allgemeinen Gestimmt- und Gewohnheit, zur Weltanschauung des deutschen Volkes werden und z.B. in der nationalsozialistischen Idee der Auserwähltheit münden konnte.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 30.12.2000
Diesem Buch steht unsere Rezensentin doch recht skeptisch gegenüber. Das von John Dewey bereits 1942 ins Auge gefasste Unternehmen, der deutschen Mentalität auf den Grund zu gehen, gelingt offenbar nicht. Da hilft auch kein "skrupulöses Vorwort" - Deweys Vorstellung von einer dualistischen Zerteilung der Welt nach Kant als Ursache für den deutschen Nazismus, so Maria- Sibylla Lotter in ihrer um Verständnis bemühten Besprechung, bleibe unklar und allzu schematisch. Zwar räumt die Rezensentin ein, dass Deweys Überzeugung, wonach Entwicklungen wie in Nazideutschland im Kontext der amerikanischen Kultur nicht möglich gewesen wären, wohl nicht widersprochen werden könne, in den Argumenten des Autors möchte sie dennoch nicht mehr erkennen, als gute Absichten.
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