Herausgegeben und mit einem Vorwort von Wladyslaw Bartoszewski. Aus dem Amerikanischen von Michael Haupt. Das Massaker von Katyn im Jahre 1940, als 4.254 polnische Offiziere durch Genickschuss von der sowjetischen Geheimpolizei umgebracht und in Massengräbern verscharrt wurden, gehört zu den abstoßendsten und am heftigsten diskutierten Ereignissen des Zweiten Weltkrieges. Salomon W. Slowes, der heute in Tel Aviv lebt, hat über Jahrzehnte hin Erinnerungen und Zeugnisse gesammelt, um dieses Kriegsverbrechen dem historischen Vergessen zu entreißen. Slowes war Sanitätsoffizier der polnischen Armee zum Zeitpunkt der sowjetischen Invasion 1939 in Polen. Auch er gehörte zu den Gefangenen und ist "durch ein Wunder oder das blinde Schicksal" dem Tod entgangen. In diesem autobiografischen Zeugnis zeigt Slowes nicht nur die Ereignisse, die zum Massaker von Katyn führten, sondern er entrollt die ganze Geschichte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.09.2001
Das Buch schildert den Augenzeugenbericht eines Überlebenden des Massakers im Wald von Katyn, das sich im September 1939 ereignete und dem tausende polnischer Soldaten zum Opfer fielen. Erst 1989 wurde durch Gorbatschow die sowjetische Schuld an diesem Ereignis, über das vorher der Mantel des Schweigens ausgebreitet lag, eingestanden. Diese Geschichte von Katyn zeige, so der Rezensent Sigurd Hess, "die verhängnisvolle 'Realpolitik' aller beteiligten Mächte von ihrer verwerflichsten Seite". So hätten auch die westlichen Alliierten ihr Stillschweigen bewahrt, um die Sowjetunion während des Kalten Krieges nicht zu verprellen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 02.12.2000
Dem Rezensenten ist mit diesem Bericht des polnischen Offiziers Salomon W. Slowes ein "erschütterndes Dokument" zu Augen gekommen. "Dem Weg nach Katyn", der für 15 000 polnische Offiziere und Beamte geradewegs in die Ermordung durch den sowjetischen NKWD führte, konnte der Autor, wie "U. Sm." weiß, nur durch Zufall entgehen. Zufällig also ist dieser Bericht auf uns gekommen und stellt eines der wenigen Zeugnisse über die Vorgeschichte dieses Massenmords dar: In allen Einzelheiten, so "U. Sm.", schildere Slowes das schwierige Leben in den sowjetischen Lagern und zeichne das Bild einer Kriegspolitik, in der die polnischen Soldaten nur als wertlose Manövriermasse figurierten.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…