Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.12.2000
Wolfgang Behringer weist zunächst darauf hin, welcher Rang dem 1993 verstorbenen Autor dieser Vorträge zukommt. Bosl, so der Rezensent, war einer der ersten deutschen Historiker, der in der Nachkriegszeit Anregungen der Sozial- und Mentalitätsgeschichte aufnahm, die aus den USA und Frankreich kamen. So sind seine Vorträge über bayerische Regionalgeschichte nach Behringer frei von aller heimattümlichen Anbiederung, und dies selbst, wenn Bosl etwa über die Geschichte des Biers spricht. Die Vorträge seien großenteils für ein nicht akademisches Publikum gedacht gewesen, und Behringer bewundert, mit welchem rhetorischen Talent Bosl sein Publikum bei der Heimatliebe packte und sie dann auf historische Ausflüge mitnahm, ohne es ihm immer leicht zu machen. Der Rezensent merkt an, dass Bosl 1933 bis 45 Parteimitglied gewesen sei, sich aber wohl nicht allzu viel habe zu Schulde kommen lassen.
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