Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Nico Stehr
Die Zerbrechlichkeit moderner Gesellschaften
Die Stagnation der Macht und die Chancen des Individuums
Klappentext
Gegenwärtig erleben wir den Umbau der traditionellen Industrie- in Wissensgesellschaften. Der gewaltige Bedeutungszuwachs, den Wissen, Wissenschaft und Technik dabei erfahren, muß jedoch nicht zur Bedrohung der individuellen Freiheit durch die Übermacht anonymer Kontroll-, Manipulations- und Repressionsapparate führen. Im Gegenteil: Wissensgesellschaften bieten dem einzelnen erweiterte Handlungsmöglichkeiten, während sie die Macht des Staates und der großen Kollektive eher lähmen. Gerade deshalb sind Wissensgesellschaften zerbrechlich.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 16.11.2000
Kapitalismuskritik - in den 80ern ein Refugium der (ganz) Linken - ist als Bestandteil gesellschaftlicher Zustandsbeschreibungen wieder dick da, wie unter anderem in Ludger Heidbrinks knapper und klarer Besprechung zweier soziologischer Entwürfe zu erfahren ist.
1) Zygmunt Bauman: "Die Krise der Politik"
Bauman liefert, so Heidbrink, eine "schwarze Suada über das Ende des Traums von der guten Gesellschaft". Der vom globalen Markt beherrschte und von der Politik vernachlässigte Mensch tritt die Flucht ins Private an. Heidbrink wundert sich, dass Bauman trotzdem Lösungen anbietet, nämlich "das republikanische Modell aktiver Staatsbürgerschaft, die Bereitstellung eines ? Grundeinkommens und die Stärkung autonomer Institutionen". Völlig unklar bleibe allerdings, wie das in der "Diktatur anonymer Mächte" wirksam werden könnte. Baumans Zeitdiagnose ist "widersprüchlich."
2) Nico Stehr: "Die Zerbrechlichkeit moderner Gesellschaften"
Da ist Nico Stehr viel genauer, urteilt Heidbrink. Bei ihm gibt es durchweg ein `sowohl? als auch`: Sowohl ein Abbau von Sicherheit, als auch neue Chancen der Einmischung, weil sich die Wissensgesellschaft unaufhaltsam verbreitet. Anders als Bauman macht Stehr "keine Verlustrechnung auf", sondern analysiert sorgfältig die "Widersprüchlichkeit der Verhältnisse". Am Ende favorisiert Heidbrink dann aber eine eigene Idee: Am ehesten könnte "situative Mikropolitik soziale Kursänderungen bewirken."
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Archiv: Bücherschauen
Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen







