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Elke-Vera Kotowski
Feindliche Dioskuren
Theodor Lessing und Ludwig Klages. Das Scheitern einerJugendfreundschaft (1885-1899)
Klappentext
Mit 25 Schwarzweißabbildungen. Der Religionshistoriker Gershom Scholem bezweifelte, dass es jemals eine sogenannte deutsch-jüdische Symbiose gegeben habe. Das vorliegende Fallbeispiel trägt dieser These Rechnung. Die Freundschaft zwischen Ludwig Klages und Theodor Lessing scheiterte. Sie scheiterte am Zeitgeist des jungen deutschen Kaiserreichs. Das vorliegende Buch widmet sich der Entwicklungsgeschichte dieser problematischen Freundschaft. Es handelt sich dabei nicht allein um eine Milieustudie. Vielmehr wird darin der Frage nachgegangen, welchen Wert die Freundschaft darstellte und welche Motive zum Bruch führten.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.12.2000
Rolf-Bernhard Essig lobt an diesem Band besonders, wie "differenziert (die Autorin) die Freundschaft (zwischen Theodor Lessing und Ludwig Klages) als exemplarischen Fall gescheiterter deutsch-jüdischer Symbiose" darstellt. Essig verweist auf die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der beiden, die kleinbürgerliche Herkunft des "dichterischen Träumers" Klages und den aus einer großbürgerlichen Familie stammenden "frühreifen Spötter" Lessing, die sich jedoch beide in nationalistischen Ideen und Blut- und Rassegedanken zusammenfanden. Der Bruch entstand, wie Essig erläutert, als Klages - auch aus persönlicher Enttäuschung - begann, Lessing als einen "geltungssüchtigen, aufdringlichen, rationalistischen" Juden zu betrachten. Die Stärke des Buchs sieht Essig vor allem darin, dass hier ein Blick in den sich zuspitzenden Antisemitismus der Zeit ermöglicht wird, der weit über die zerrüttete Freundschaft zwischen Lessing und Klages hinausreicht. Lediglich den "akademischen" Stil und einige überflüssige "unergiebige psychologische Deutungen" trüben ein wenig den insgesamt positiven Eindruck des Rezensenten.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.11.2000
Für diese neue Doppelbiografie spricht, wie der Rezensent Stefan Breuer feststellt, dass sie viel neues Material aus dem Briefwechsel der beiden Philosophen verarbeitet hat. Überzeugen kann sie ihn aber nicht. Dass nur bis zum (frühen) Bruch der Freundschaft berichtet wird, kann er akzeptieren, die Deutung dieses Bruchs aber befriedigt ihn nicht. Der "überwiegend historische und narrative Zugriff" greife, obwohl das Buch dadurch sehr lesbar wird, an dieser entscheidenden Stelle zu kurz - und auch mit Psychologie alleine komme man hier nicht weit. Breuer stellt seine eigene Deutung dagegen und behauptet, dass die Gründe in den (vor allem durch Klages` Wende zur Fortschrittskritik) "diametral entgegengesetzten Welthaltungen" liegen. In den letzten Absätzen verlässt Breuer dann endgültig das Genre der Rezension und macht den Leser ausführlich mit seinen eigenen Gedanken zum Thema bekannt.
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