Aus dem Französischen von Wilhelm Maria Lüsberg. Assia Djebar erzählt in diesem frühen Roman von der arabischen Studentin, Dalila, die stürmisch gegen Tradition und Familie aufbegehrt, sich als Frau alleine auf die Strasse wagt und heimlich eine Liebesbeziehung eingeht.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 19.10.2000
Sabine Kebir nutzt das Porträt der algerischen Autorin, die den diesjährigen Friedenspreis verliehen bekommen hat, um ihren Roman aus dem Jahre 1958, der jetzt auf Deutsch erschienen ist, vorzustellen. Während heute Romane von islamischen Frauen verbreiteter sind, meint die Rezensentin, hat die Autorin mit ihrem Jugendwerk möglicherweise das Genre begründet. Nicht nur in der Atmosphäre der Geschichte fühlt sich die Rezensentin an Camus erinnert. Die Nähe zum französischen Schriftsteller sei auch durch die Konflikte gegeben, die sich durch den "Wahrheitsegoismus" der Protagonistin entwickelten und die den eigentlichen "Spannungsbogen" des Romans ausmachten. Die Geschichte der "erotischen Selbstfindung" einer jungen Frau habe allerdings auch eine politische Dimension, denn die Autorin baue immer wieder Passagen ein, die das Recht der kolonisierten Algerier auf "Emanzipation" einklagen.
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