Harald, von der Mutter in die große weite Welt gestoßen, trifft auf so aufregende Gestalten wie den rumbechernden Käp´n Drago, auf eine dralle Blondine aus Taschkent und Nettelbeck, den berühmten Hosenschlotterer. Besonders setzt ihm allerdings das Mäuse-Trio aus Sidonie-Isabell, Sidonie-Karamell und Sidonie-Grisaline zu. Inspiriert von der Tradition der Nonsens-Literatur, hat Sibylle Lewitscharoff einen Abenteuerroman geschrieben, der sich zum Laut- und Leise-Lesen eignet und zum Lange-Anschauen, denn "Der Höfliche Harald" ist reich mit Illustrationen ausgestattet - und sie stammen alle von der Autorin selbst.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.11.1999
Burkhard Müller ist enttäuscht von diesem Roman und der Autorin, deren Roman "Pong" ihn im letzten Jahr - als sie den Ingeborg-Bachmann-Preis gewann - begeisterte. In "Pong" schaffe sie es, aus einem Verrückten heraus zu reden, in "Harald" beuge sie sich nur über ein Kind. Müller reagiert genervt auf eine offenbar pseudo-naive Kindersprache und und nennt Lewitscharoffs Erzählen "instinktlos". Die "Unlust" sei der Autorin anzumerken.
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