Diese Biografie entwirft ein neuartiges Bild von einem der bedeutendsten Denker des 20. Jahrhunderts. Erstmals werden darin die reichen Editionen kürzerer Texte ("Dits et Ecrits") und Vorlesungen Michel Foucaults, die seit Mitte der 1990er Jahre entstanden sind, biografsch ausgewertet und für neue Einsichten in den Zusammenhang von Leben und Werk des einflussreichen Theoretikers fruchtbar gemacht. Stärker als die gängigen biografischen Deutungen (etwa von Eribon und Miller) lässt diese Biografie Foucaults Texte und seine Stimme selbst sprechen und wird so einem Leben, das im Medium des Denkens nach Freiheit strebte, in besonderer Weise gerecht.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 25.01.2012
Nicht nur schade, sondern sogar verheerend für dieses Buch ist der Mangel, den Rezensent Roman Veressov dem Autor und seinem Projekt unterstellt. So vielversprechend dem Rezensenten Michael Fischs Programm einer Verständigung über Foucault als Textkörper zunächst auch erscheinen mag, so gut Fischs philologische und erzählerische Kenntnisse dabei Hand in Hand gehen, so wenig, findet Veressov, kann der Auror dem Rätsel Foucault analytisch nahekommen. Alle Behutsamkeit die Widersprüche in Foucaults Werdegang betreffend, sämtliche Exkurse über Weggefährten, jedes noch so fleißig eingebrachte Zitat zu den Hauptthesen des Meisters können eines nicht leisten: Das System Foucault zu erschließen. Genau das aber hätte das Buch zu mehr gemacht als zu einer archivarischen Glanzleistung, schließt Veressov bedauernd.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 30.12.2011
In einer längeren Einleitung zu seinem Artikel skizziert Philipp Sarasin erstmal, was er gerne hätte: eine Historisierung Foucaults, eine Gesamtdarstellung der intellektuell so fruchtbaren Pariser Zeit zwischen 1955 bis 1985, eine Einordnung Foucaults in den Kontext der Schwulenbewegung, des politischen Aufbruchs der siebziger Jahre - und so weiter. Dann kommt's zum Verriss, der im Grunde eigentlich überflüssig wäre. Denn dieses Buch, offenbar eine mit Druckkostenzuschuss, aber ohne Lektüre des Verlags gedruckte Publikation, reicht nicht im entfertesten an Sarasins Desiderate heran. Zwar konzediert Sarasin dem Autor eine stupende Belesenheit, aber leider hat er es wohl nicht vermocht, sein Material sinnvoll zu ordnen. So bleibt das Buch redundant, abgesehen vom "dunklen Adepten-Sound", der zuweilen angestimmt wird und zu Sätzen führt wie diesem: "Biomacht kann nur auf dem Fundament eines Wissen vom Leben als etwas Lebendigem entstehen."
Lena Schätte: Das Schwarz an den Händen meines Vaters Motte wird sie von ihrem Vater genannt. Eigentlich hat sie sogar zwei Väter: den einen, der schnell rennen kann und sich auf alle Fragen eine Antwort ausdenkt. Und den anderen,… Angelika Klüssendorf: Trost 2022. Angelika Klüssendorf erzählt von Liebe, Entzweiung und der Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Rita, Meisterin darin, sich in die falschen Männer zu verlieben, fällt plötzlich… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Christine Wunnicke: Wachs Schauplatz ist Frankreich im 18. Jahrhundert, das vorrevolutionäre und das überaus revolutionäre. Und es lieben sich zwei Frauen, die verschiedener nicht sein könnten: Marie…