Es ist die Momentaufnahme einer Idylle - und gleichzeitig der letzte Akt eines Dramas, das von Nationalismus und Feindschaft, von kleinen und großen Kriegen, von Ressentiments, Wirtschaftskrisen und Arbeitslosigkeit gezeichnet ist. Nur ein einziges Foto hat sich erhalten. Es zeigt drei Paare der weit verzweigten Pastorenfamilie Prahl beim Verlassen der Nicolaikirche in Eckernförde. Sie feiern an diesem Tag gemeinsam die goldene, die silberne und die grüne Hochzeit. Es ist ein rauschendes, ein auf den ersten Blick ganz und gar privates, unbeschwertes Fest, das da am 31. August des Jahres 1930 stattfindet. Und doch wird in ihrer Vorgeschichte im Mikrokosmos des Privaten und in dem Geflecht der Stimmen und Schicksale, der vielen Familienerüberlieferungen und Dokumente ein Panorama der Landes- und Zeitgeschichte erfahrbar.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.12.2011
Blutig ging's zu zwischen Preußen und Dänemark anno 1850. Dass sich Uwe Pörksen, zaghaft in die Fußstapfen Hermann Bangs tretend, dieses Konflikts annimmt und zwar mittels doppelter, nämlich privater wie historisch-politischer Perspektive, findet Heinrich Detering stark. Als Generationenroman einer Pfarrersfamilie aus Eckernförde, als Innenansicht großer politischer Verwerfungen, die einerseits historisch, andererseits erzählerisch frei flottierend daherkommt, überzeugt das Buch Detering auf ganzer Linie. Storms "poetischer Realismus", meint er, hat in Pörksen einen Erben gefunden.
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