Aus dem Amerikanischen von Rolf Vogel. Worin liegt die fast unheimliche Faszination, die das Internet weltweit auf die Menschen ausübt? In seinen bahnbrechenden Features? In seinen knalligen Interfaces? In der fortschrittlichen Technologie der Datenleitungen? Nein! Es ist die globale Kommunikation, die den Funken überspringen lässt: Die Menschen finden im Internet zurück zu einem offenen, natürlichen und direkten Umgang miteinander und überwinden damit die Bürokratie und die Hierarchien in den Unternehmen. Wiewohl die Unternehmen die Technik des Internet nutzen, um produktiver zu werden, so fürchten sie doch die Veränderungen, die es bringt: den Verlust der Kontrolle, den Abbau hierarchischer Strukturen, den ungezwungenen Meinungsaustausch zwischen Mitarbeitern und Kunden, statt die Früchte dieser oft unverblümten Kommunikation ? neue Perspektiven, neue Werkzeuge, neue Formen intellektuellen Muts ? zu ernten. Unternehmen, die sich den vielfältigen Chancen dieser Veränderungen verschließen, werden von den Nachbeben der Entwicklung überrollt werden.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 17.10.2000
Dagmar Deckstein legt Wert auf die Feststellung, dass dieses Buch eines der ersten ist, das auf einer Website beruht. Seit Jahren kommunizieren die vier Autoren, alles "gestandene Herren um die 50", so Deckstein, die dem "Hightech-Establishment" entstammen, via Internet über den neuen Geist der Unternehmenskultur: hierzulande mit dem Schlagwort "New Economy" belegt. Ihre nach Deckstein provozierende These besagt: das hierarchische Management hat ausgedient, dank der neuen Technologien wird gleichberechtigt kommuniziert. Wirtschaft und Märkte bestünden nicht aus Zahlen, sondern aus Menschen. Wie früher im Mittelalter, fasst Deckstein die Unternehmensphilosophie der amerikanischen Autoren zusammen, würde der Markt wieder dem Austausch von Informationen dienen. Die vier Herren haben sich ein Späßchen aus ihrer Kommunikation gemacht, der sich auf die Rezensentin übertrug. Dem Übersetzer sei es auf fabelhafte Weise gelungen, den ironischen Grundton ins Deutsche hinüberzuretten, schreibt Deckstein.
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