Nathalie Mispagel

New York in der europäischen Dichtung des 20. Jahrhunderts

Cover: New York in der europäischen Dichtung des 20. Jahrhunderts
Königshausen und Neumann Verlag, Würzburg 2011
ISBN 9783826045141
Kartoniert, 414 Seiten, 49,80 EUR

Klappentext

New York Fanal und Versprechen zugleich! Explizit im 20. Jahrhundert ist die schillernde Megacity zu einem wichtigen Topos in der Stadtliteratur avanciert, wobei angesichts unzähliger Werke amerikanischer Autoren häufig übersehen wird, daß sich auch überraschend viele Europäer mit New York lyrisch auseinandergesetzt haben. Sowieso erfahren Prosatexte mehr Aufmerksamkeit als Lyrik über New York, obwohl gerade die Dichtung einen facettenreichen Beitrag zur urbanen Wahrnehmung geleistet hat. Interessanterweise wurde nie die Frage gestellt, warum europäische Lyriker sich überhaupt mit einer fernen amerikanischen Megalopolis beschäftigen, hat ihnen doch Europa als vertrauter kultureller Erlebnishorizont ebenfalls bedeutende Großstädte zu bieten. Gleichwohl konnte sich New York einen exponierten Platz in der europäischen Dichtung des 20. Jahrhunderts erobern, geriet wie keine andere internationale Metropole in den literarischen Fokus.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.09.2011

Friederike Reents hat eine Menge auszusetzen an dieser umfangreichen Dissertationsschrift Nathalie Mispagels. Zunächst einmal habe die Verfasserin für ihr 9/11-Kapitel die falschen Lyriker ausgewählt - statt der "uninspirierten" Texte von Rüdiger Heins und Markus Peters hätte die Rezensentin lieber eine Auseinandersetzung mit Thomas Klings oder Thomas Gsellas New-York-Gedichten gelesen. In dem Kapitel, das die Stadt als Emigrationsziel beleuchtet, kann Reents wiederum keine spezifisch New Yorker Ursache für die geschilderten Fremdheitserfahrungen erblicken. Argumentative ebenso wie interpretatorische Schwächen attestiert die Kritikerin dann auch den anderen Kapiteln der Arbeit. Im Kapitalismus-Teil etwa vermisst Reents einen Abgleich der Kapitalismuskritik Brechts und Enzensbergers mit den ebenfalls dargelegten New-York-Erfahrungen Majakowskis. An anderer Stelle sei das Thema zu weit gefasst, so dass die Arbeit selbst zum "melting pot" aller möglichen lyrischen Ergüsse mutiere. Immerhin hat Reents auf diese Weise so manche Entdeckung gemacht, wie sie einräumt.

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