Rund die Hälfte unserer Lebensmittel - bis zu 20 Millionen Tonnen allein in Deutschland - landet im Müll. Das meiste schon auf dem Weg vom Acker in den Laden, bevor es überhaupt unseren Esstisch erreicht: jeder zweite Kopfsalat, jede zweite Kartoffel und jedes fünfte Brot. Alles soll jederzeit verfügbar sein, Supermärkte bieten durchgehend die ganze Warenpalette an, bis spät in den Abend hat das Brot in den Regalen frisch zu sein. Und alles muss perfekt aussehen: Ein welkes Salatblatt, eine Delle im Apfel - sofort wird die Ware aussortiert. Die Zeche zahlt der Verbraucher, der Handel hat den Ausschuss längst eingepreist. Der Wunsch der Konsumenten, über alles jederzeit verfügen zu können, verschärft den weltweiten Hunger. Würden wir weniger wegwerfen, fielen die Weltmarktpreise und es stünde genug für die Hungrigen der Welt zur Verfügung.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.09.2011
Die gute Nachricht zuerst: Es ist genug für alle da. Die schlechte allerdings macht laut Oliver Jungen ein ganzes Buch, ein Manifest, eine Kampagne, einen hoffentlich heilsamen Tritt in den Hintern. Zusammen mit den Autoren ruft Jungen auf zum Boykott der Wegwerfprofiteure der Ernährungsbranche. 6,6 Millionen Tonnen Lebensmittelmüll jährlich, Abfallberge und Hungersnot! Essen als Lifestyle oder Überlebensmittel? Das gut recherchierte Buch, das Jungen strukturell (inhaltlich sowieso) an Foers "Tiere essen" erinnert, lässt für ihn nur eine Antwort zu. Diesem Appell zu mehr Regionalismus und Reduktion und konsequenter Missachtung des Mindesthaltbarkeitsdatums wünscht er die größtmögliche Öffentlichkeit.
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