Entgegen vieler Auffassungen ist der Kolonialismus längst nicht Geschichte, sondern diskursiv und strukturell bis heute virulent. Das erkenntnisleitende Ziel von Wie Rassismus aus Wörtern spricht besteht darin, herauszuarbeiten, wie weiße Europäer_innen kolonialistisches und rassistisches Denken erschaffen und es in Wissensarchiven und ihren Begriffen konserviert haben, durch welche es bis heute wirkmächtig ist. Folgerichtig werden hier Kernbegriffe des weißen westlichen Wissenssystems diskutiert, um das Zusammenwirken von Rassismus, Wissen und Macht aufzuarbeiten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 28.07.2011
Sehr wichtig findet Marie-Sophie Adeoso diesem umfangreichen Nachschlagewerk, das sich rassistischen und kolonialistischen Überbleibsel in der deutschen Sprache widmet. Die Herausgeber und Autoren, erklärt die Rezensentin, bewegen sich mit diesem Band auf dem Gebiet der Postcolonial Studies und der "Critical Whiteness". Zunächst werden Geschichte und Theorie des Rassismus und Kolonialismus behandelt, dann scheinbar neutrale Begriffe wie Entwicklung und Entdeckung untersucht, außerdem begriffliche Neukonzeptionen eingeführt und schließlich die Macht eines rassistisches Vokabular untersucht, unter das die Autoren Begriffe wie Stamm, Ethnie, Indianer, Eskimo und Zigeuner fassen. Natürlich keine Kost, aber fundiert und notwendig, meint die Kritikerin.
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