Wladimir Makanin

Benzinkönig

Cover: Benzinkönig
Luchterhand Literaturverlag, München 2011
ISBN 9783630873183
Gebunden, 480 Seiten, 22,99 EUR

Klappentext

Aus dem Russischen von Annelore Nitschke. Der russische Major Schilin hat sich in den Tschetschenienkriegen eingerichtet: Er ist der "Benzinkönig", der Profiteur, der einen einträglichen Handel mit dem Benzin, das er eigentlich bewachen soll, installiert. Gegen Geld beliefert er jeden - auch den Feind. Aber er ist auch ein Garant von Zivilisation, von Verlässlichkeit, von Ordnung inmitten kriegerischer Anarchie. Am Leben und Sterben von Schilin entwirft der Altmeister der russischen Literatur ein gewaltiges Epos über die Menschlichkeit in unmenschlichen Zeiten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.07.2011

Als "Fortsetzung des Handels mit anderen Mitteln" wird der Krieg in Wladimir Makanins "Benzinkönig" dargestellt, schreibt Rezensent Urs Heftrich. Das Wesen des Tschetschenienkrieges jedenfalls, bei dem es letztlich auch ums Öl gehe und in dem "alles zur Ware geworden ist", ist laut Rezension mit dieser Formel treffend erfasst. Der Protagonist des Romans, der auf russischer Seite kämpfende Major Schilin, überlebt allein aufgrund seiner florierenden Benzingeschäfte mit Freund und Feind, wie wir erfahren. Blanker Zynismus sei dies, meint Heftrich, aber darin erschöpfe sich der Roman mitnichten. Seine "verblüffende Paradoxie" bestehe darin, dass Schilin mehr und mehr zum Lebensretter werde - ein Menschenfreund, der ein solcher eben nur unter der harten Schale des Zynikers zu werden vermag. Der Kritiker ist begeistert von diesem "klugen und differenzierten" Wurf Makanins. Und es ist nicht allein die "ingeniöse" Erzählweise, die Heftrich bewundert, sondern gleichfalls Makanins Bezugnahme auf zahlreiche Klassiker der russischen Literatur.
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