Aus dem Russischen von Annelore Nitschke. Der russische Major Schilin hat sich in den Tschetschenienkriegen eingerichtet: Er ist der "Benzinkönig", der Profiteur, der einen einträglichen Handel mit dem Benzin, das er eigentlich bewachen soll, installiert. Gegen Geld beliefert er jeden - auch den Feind. Aber er ist auch ein Garant von Zivilisation, von Verlässlichkeit, von Ordnung inmitten kriegerischer Anarchie. Am Leben und Sterben von Schilin entwirft der Altmeister der russischen Literatur ein gewaltiges Epos über die Menschlichkeit in unmenschlichen Zeiten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.07.2011
Als "Fortsetzung des Handels mit anderen Mitteln" wird der Krieg in Wladimir Makanins "Benzinkönig" dargestellt, schreibt Rezensent Urs Heftrich. Das Wesen des Tschetschenienkrieges jedenfalls, bei dem es letztlich auch ums Öl gehe und in dem "alles zur Ware geworden ist", ist laut Rezension mit dieser Formel treffend erfasst. Der Protagonist des Romans, der auf russischer Seite kämpfende Major Schilin, überlebt allein aufgrund seiner florierenden Benzingeschäfte mit Freund und Feind, wie wir erfahren. Blanker Zynismus sei dies, meint Heftrich, aber darin erschöpfe sich der Roman mitnichten. Seine "verblüffende Paradoxie" bestehe darin, dass Schilin mehr und mehr zum Lebensretter werde - ein Menschenfreund, der ein solcher eben nur unter der harten Schale des Zynikers zu werden vermag. Der Kritiker ist begeistert von diesem "klugen und differenzierten" Wurf Makanins. Und es ist nicht allein die "ingeniöse" Erzählweise, die Heftrich bewundert, sondern gleichfalls Makanins Bezugnahme auf zahlreiche Klassiker der russischen Literatur.
Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren… Maxim Biller: Schwarze Samstage Eigentlich dachte Ari, der Ich-Erzähler von Maxim Billers neuem Roman, Ende der siebziger Jahre sei das Schlimmste vorbei gewesen: Nach ihrer Flucht aus der kommunistischen… Valeria Gordeev: Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle Konstantin und Lada haben den Kontakt verloren. Während Konstantin in einem unterirdischen Forschungslabor festsitzt, das Lenins Leichnam konserviert, kämpft seine Schwester…