Joan Barfoot

Als er sie verließ

Roman
Cover: Als er sie verließ
Antje Kunstmann Verlag, München 2000
ISBN 9783888972461
Gebunden, 308 Seiten, 20,35 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Thomas Pampuch. Als er sie verließ, konnte Gwen Stone es kaum fassen. Er kam eines Tages nach Hause, packte einen kleinen Koffer, sagte, er finge jetzt ein neues Leben an und brauste mit mit seinem Cabrio davon. Weit ist er offenbar nicht gekommen, oder besser gesagt, lange hat er das neue Leben nicht genießen können, denkt Gwen, als sie sieben Wochen später an seinem Sarg steht: Samt Cabrio ist Edgar von einem Zug überrollt worden. Danach sieht Gwen ihr eigenes Leben mit einem anderen Blick. Sie räumt auf, verkauft die Möbel und das Haus. Kauft ein Wohnmobil, hebt das Geld ab, um das ihr seriöser Anwaltsgatte seine Klienten offensichtlich betrogen hat, und bricht auf, mit ungewissem Ziel. Die tragische und zugleich komische Geschichte, die Geschichte einer rechtzeitigen Erschütterung: wie aus Unglück wunderbarerweise die Aussicht auf Glück entsteht.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 28.10.2000

Hingerissen ist Elke Schubert von dem neuen Roman der Kanadierin Joan Barfoot, seinem lakonischen Ton, seinem fast sarkastischen Humor, seiner Hauptfigur, einer Hausfrau namens Gwen, die durch den plötzlichen Unfalltod ihres Mannes zu sich selber findet. Halt, weiterlesen! schrei(b)t Schubert jetzt, "nichts haben Barfoots Romane mit jenen Frauen-Erweckungsbüchern à la Hera Lind gemeinsam". Aufatmen. Barfoots Protagonistin hat auch unsympathische Seiten, erleidet Rückschläge, ist zunächst mal eine Hausfrau, die 20 Jahre ihres Lebens verpasst hat. Und die langsam lernt, so Schubert, dass es sich lohnt, das zu sagen oder zu tun, was man meint. Bei der einmaligen Begegnung mit einem jüngeren Mann setzt Gwen diese Erkenntnis auf ihre Weise um: ein kleines Täuschungsmanöver, das es ihr - und im übrigen auch ihm - erlaubt, das Leben als eine Reihe von Möglichkeiten, aber auch Versäumnissen zu betrachten. "Ein überzeugendes Plädoyer für die nützlichen Lügen", schreibt die Rezensentin und meint das Gegenteil von Lebenslügen.

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