Hannelore Kohl führte eine Ehe mit klassischer Rollenverteilung: Er machte Karriere, und sie kümmerte sich um die Kinder. Doch sein Leben als Politiker forderte mehr von ihr - ein Leben im Rampenlicht. Zögernd ließ sie sich darauf ein, doch während ihr Mann politisch immer einflussreicher wurde, versteinerte ihr Lächeln zur Maske. Heribert Schwan war der Erste, dem es gelang, Hannelore Kohl 1985 für ein Fernsehporträt zu gewinnen, das damals großes Aufsehen erregte. Seitdem stand er in regelmäßigem Kontakt mit ihr. Er erlebte aus der Nähe das ganze Drama ihrer Krankheit mit. Als sie zuletzt das Haus tagsüber nicht mehr verlassen konnte, begleitete er sie bei langen nächtlichen Waldspaziergängen. Sein kritisches Urteil über die familiäre Situation der Kohls: In 42 Ehejahren mit dem Machtmenschen Kohl wurde aus Hannelore Kohl, der Frau an seiner Seite, die Frau in seinem Schatten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.07.2011
Von der Lebensleistung und von den Qualen der Kanzlergattin Hannelore Kohl, meint Rainer Blasius, legt diese Biografie Zeugnis ab, mitunter vielleicht etwas zu beredt, wie er findet. Dem Journalisten Heribert Schwan attestiert er die nötige Nähe und Einsicht in das Kanzlergattinnenschicksal, aber auch einen Zug ins Romanhafte und Denunziatorische, etwa wenn es um die Rolle von Helmut Kohls zweiter Frau Maike Richter geht. Über mögliche Traumata (Vergewaltigung, Spendensumpf) und eine als Lichtallergie getarnte Depression lässt sich laut Blasius mit diesem Buch hervorragend losspekulieren.
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