Cara Schweitzer

Schrankenlose Freiheit für Hannah Höch

Das Leben einer Künstlerin 1889-1978
Cover: Schrankenlose Freiheit für Hannah Höch
Osburg Verlag, Berlin 2011
ISBN 9783940731647
Gebunden, 445 Seiten, 26,90 EUR

Klappentext

Mit 32 Abbildungen. Kurz nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs formiert sich in Berlin die Dada-Bewegung. Hannah Höch ist eine der wenigen Frauen in diesem illustren Mannerclub. Mit ihrer Schere schnitt sie Kunstgeschichte, ihre Collagen erschütterten die Weimarer "Bierbauchkulturepoche". Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten gelten ihre Werke als "entartet". Ihre engsten Freunde verlassen das Land. Die Kriegsjahre verbringt sie zurückgezogen in ihrem Garten am Rand von Berlin. Ihr Haus wird zum geheimen Archiv einer verfemten Avantgarde. Die Biografie thematisiert die dramatischen Umstände ihrer Ehe mit dem 21 Jahre jüngeren Kurt Heinz Matthies. 1938 wird er verhaftet, und für die ehemals so vorsichtige Künstlerin beginnt der Kampf um seine Freilassung.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.06.2011

Rezensentin Julia Voss ist hochzufrieden mit dieser Hannah-Höch-Biografie aus der Feder der Kunsthistorikerin Cara Schweitzer. "Packend" und "vorzüglich recherchiert" sei das Buch und werfe zudem endlich einiges Licht auf das Leben der Künstlerin unter der Nazidiktatur. Die Frage, wie und unter welchen Umständen die nicht emigrierte Dadaistin im Dritten Reich überleben konnte, macht die Rezension zu ihrem Kernanliegen. Denn Höch habe ihrer eigenen Aussage nach "Beweismaterial", d.h. "entartete Kunst", genug aufbewahrt, um ihr eigenes und das Leben vieler anderer Dadaisten zu gefährden, teilt Voss mit. "Schlicht unterschätzt" hatte man sie, lautet Voss' Einschätzung nach der Lektüre des Buches. Ein (wenn auch lebensrettender) Vorwurf, der nicht allein die braune Obrigkeit trifft, sondern gleichermaßen die bei aller proklamierten Fortschrittlichkeit gleichzeitig tiefkonservativen Künstlerkollegen Höchs. So habe Schweitzer mit ihrem Buch nicht zuletzt eine Geschichte der "Nachtseite der Avantgarde" dokumentiert, wie Voss anerkennend resümiert.
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