Paris zur Zeit der deutschen Besatzung: Der Theater- und Filmstar Arletty, unvergessen als Garance in 'Die Kinder des Olymp', verliebt sich in den deutschen Gentleman-Offizier Hans Jürgen Soehring, einen Juristen, der sich nach dem Krieg als Schriftsteller versuchte, später Diplomat wurde und als Botschafter in der Republik Kongo auf dramatische Weise das Leben verlor. Die beiden verbindet eine leidenschaftliche Affäre unter den feindseligen Blicken der französischen Landsleute und der deutschen Besatzungsmacht. Doch selbst Auftrittsverbot, Hausarrest und Degradierung nach der Befreiung können ihrer Liebe nichts anhaben. Arletty, während der letzten zwanzig Jahre blind,starb hochbetagt 1992.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.06.2011
Klaus Harpprechts Buch hat laut Joseph Hanimann nicht nur als deutsch-französische Liebesgeschichte während des Zweiten Weltkriegs, sondern auch als Biografie der Filmschauspielerin Arletty und als Porträt deutsch-französischer Kultur seinen Reiz. Harpprecht erzählt darin von der unzeitgemäßen Beziehung zwischen der 40-jährigen Schauspielerin Arletty und dem deutschen Wehrmachtoffizier Hans-Jürgen Soehring, die drei Jahre währte und Arletty nach dem Krieg den Vorwurf der Kollaboration einbrachte, erfahren wir. Der Rezensent muss zugeben, dass bei diesem reichen Panorama der Zeitgeschichte Arletty dem Autor mitunter aus dem Blick gerät. Auch sind die Informationen, die Harpprecht zur Verfügung stehen, lückenhaft, weswegen er auch auf Eindrücke Ernst Jüngers zurückgreift, um Soehrings Innenleben zu beleuchten. Insgesamt aber entsteht ein tief in den geschichtlichen Kontext eingebettetes Porträt der Liebenden, das nicht zuletzt durch die sich darin niederschlagende "sechzigjährige Frankreich-Liebe" des Autors überzeugt, wie Hanimann lobt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 24.05.2011
Mit Interesse verfolgt hat Helmut Böttiger Klaus Harpprechts Schilderung der Liebesgeschichte zwischen der französischen Schauspielerin Arletty und dem Wehrmachtsoffizier Hans Jürgen Soehring. Der Autor evoziere sehr plastisch die Atmosphäre im besetzten Paris, meint der Rezensent und ihn fasziniert auch, wie innig sich Harpprecht in die Liebe dieses Paares einfühlt und damit auch nah an seinem eigenen Empfinden dieser Zeit dran ist. merklich irritiert hat ihn hingegen, dass der Autor sich so sehr darum bemüht, die deutschen Besatzer nicht allzu schlecht dastehen zu lassen und dafür beispielsweise Autoren wie Ernst Jünger ziemlich kritiklos zitiert. Böttiger gewinnt hier den Eindruck, der Autor wolle nicht zuletzt den "Mythos der Resistance" ankratzen. Dafür wird man aber wiederum mit kurzweiligen Klatschgeschichten aus der Zeit unterhalten, so der Rezensent.
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