Wirtschafts- und Sozialpolitik, Medizinethik, Bildungs- und Migrationspolitik sind Bereiche, in denen immer wieder die wissenschaftliche Expertise zur Legitimation von politischen Entscheidungen herangezogen wird. Dabei wird leicht übersehen, dass das Wirken der Wissenschaft und die Bedeutung ihrer Aussagen im Kontext des Politischen anderen Regeln unterliegen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.01.2012
Caspar Hirschi lässt sich nicht demoralisieren. Allerdings: Das skrupellose Gebaren der Expertenindustrie, namentlich von gewinngierigen und gefälligen Wirtschaftsgutachtern macht es ihm nicht leicht. Dass auch Gutachter nur Menschen und also dem Eigennutz verpflichtet sind, wie ein Beitrag in diesem Sammelband ihm erläutert, stimmt ihn nicht milde. Und wenn Wolfgang Streeck den Beratern in seinem Aufsatz mangelnde empirische Kompetenz attestiert und Hans Merkens die hohen Bezüge als "Schmerzensgeld" für die Propagandaprostitution bezeichnet, beruhigt das auch nicht eben. Wirklich aufbauend und optimistisch stimmend wirkt auf den Rezensenten hingegen, was die wissenschaftliche Gilde mit diesem Band vorführt: Ein im besten Sinne aufklärerischer Ansatz.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.05.2011
Werner Link begrüßt diesen von Margret Kraul und Peter-Tobias Stoll herausgegebenen Band zur wissenschaftlichen Politikberatung, der aus einer Ringvorlesung der Universität Göttingen hervorgegangen ist. Inhaltlich bietet der Band in seinen Augen nicht viel Neues: behandelt werden Probleme und zentrale Aspekte der wissenschaftlichen Politikberatung, die auch die einschlägigen Standardwerke thematisieren. Allerdings scheint ihm die Darstellung der Themen - unter anderem werden das Spannungsverhältnis zwischen Wissenschaft und Politik, die steigenden Nachfrage aus der Politik, Legitimationsbeschaffung, Beratungsdilemmata, strategische Allianzen aufgegriffen - sehr ansprechend.
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