Wer war Thomas Bernhard? Misanthrop oder Gesellschaftsmensch? Zyniker oder warmherzig? Wie erinnern sich die, die ihm nahe kamen, heute? An die 60 Menschen hat Sepp Dreissinger, Fotograf, Filmemacher und Bernhard-Maniac, in den vergangenen fünf Jahren vor seiner Filmkamera zum Reden gebracht: vom Bruder Peter Fabjan zum Burgschauspieler Gert Voss, vom Ohlsdorfer Nachbar Johann Maxwald zur Hamburger Freundin Ingrid Bülau, vom Suhrkamp-Lektor Raimund Fellinger zum Tierpräparator Alfred Höller, vom Bernhard-Regisseur Claus Peymann zum Bräunerhof-Chef Siegfried Hostnik.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.02.2011
Nicht das düstere Umschlagbild anschauen, sondern reinlesen und sich freuen an einem Erlebnis, rät uns ein enthusiasmierter Helmut Schödel angesichts dieses neuen Buches über Thomas Bernhard von langjährigen Weggefährten Sepp Dreissinger. In Schwermut erstarrt nämlich tritt dem Rezensenten der große Autor aus den zu Monologen zusammengestrichenen Gesprächen mit Bekannten, Kritikern und Verlegern nicht entgegen. Sondern: mal distanziert und deutend gesehen als Antipode Handkes, mal ganz nah in einem Erlebnis von Berhard'scher Skurrilität. Das freut Schödel schon seines Abwechslungsreichtums wegen. Bilder sind dagegen nur sparsam eingesetzt. Auch das geht okay für den Rezensenten.
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