Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Ulrich Bröckling, Susanne Krasmann, Thomas Lemke (Hrsg.)
Gouvernementalität der Gegenwart
Studien zur Ökonomisierung des Sozialen
Klappentext
Seit dem Ende der siebziger Jahre untersuchte Foucault soziale Beziehungen unter der Perspektive der Menschenführung: Mit dem Begriff der "Gouvernementalität" stellte er die für seine Machtanalytik entscheidende Verbindung von Herrschaftstechniken und "Technologien des Selbst" her. Der Band öffnet mit der deutschen Erstübersetzung von Foucaults Vorlesung "La gouvernementalite". Die weiteren Beiträge setzen sich dann von der deutschen philosophisch-akademischen Foucault-Rezeption ab und schließen an die angloamerikanischen "Governmentality studies" an.
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 09.10.2000
Ausführlich und insgesamt nicht ohne Sympathie für den hier vorgestellten Forschungsansatz geht René Aguigah auf diesen Band ein, der seiner Auskunft nach das Programm der "Govermentality Studies" erstmals in Deutschland vorstellt. Aguigah skizziert zunächst die Herkunft des Begriffs der "gouvernementalité" aus einer Phase des Schaffens von Michel Foucault, der in den siebziger und achtziger Jahren Formen der politischen Macht untersuchte und den Begriff aus "gouvernement" (Regierung) und "mentalité" (Mentalität) zusammensetzte. Der Staat ist demnach nur eingebunden in komplexe Formen der Herrschaft über die Menschen, aber keineswegs ihr einziges oder entscheidendes Instrument. Aguigah schildert, wie die Autoren damit die Hoffnung verbinden, herauszukommen aus der starren Konfrontation von "Neoliberalen" einerseits, die nicht müde werden "weniger Staat" zu fordern, und linken Kritikern wie Pierre Bourdieu andererseits, die im Gegenteil "mehr Staat" fordern. Denn beide Seiten dieser gegenwärtigen politischen Diskussion - so scheinen es die Anhänger der "Governmentality Studies"zu sehen - sind gefesselt in der selben Begrifflichkeit und gehorchen der gleichen Macht eines übergeordneten und unbegriffenen Diskurses. Allerdings bemängelt Aguigah zweierlei an dem Band: Studien wie die über den "schlanken Staat", über die Gentechnologie oder die "Disney-Kultur" beruhen seiner Meinung nach allzu sehr auf programmatischen Texten und analysierten zu wenig, wie die Menschen damit umgehen. Und den Begriff des Neoliberalismus, wie er in dem Band gebraucht wird, findet er zu vage.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Petur Gunnarsson: punkt punkt komma strich
Aus dem Isländischen von Benedikt Grabinski. Eine isländische Kindheitsgeschichte, die am Ende des Zweiten ...
Moti Kfir, Ram Oren: Sylvia Rafael
Als bei den Olympischen Spielen in München im September 1972 elf israelische Sportler von einer palästinensischen ...
Archiv: Bücherschauen
Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen







