Aus dem Schwedischen von Paul Berf und Susanne Dahmann. Olof Palme war ein Mann der Widersprüche: Der Aristokrat, der Sozialist wurde. Der ehemalige Offizier, der zum Abrüster wurde. Der Klassenverräter, der stolz auf seine bürgerliche Familie war. Der Amerikafreund, der die Regierung der USA angriff. Der Antikommunist, der Fidel Castro umarmte. Er war damit auch ein Sinnbild für die Widersprüche seiner Zeit. Wer war Palme wirklich? Der brutale Mord auf dem Sveavägen in Stockholm in einer Februarnacht vor fast fünfundzwanzig Jahren überschattet sein Leben bis heute. Geblieben ist eine Mischung aus nostalgischen Träumen und finsteren Zerrbildern. Der Mordfall blieb unaufgeklärt, das Verhältnis der Nachwelt zu Palme ungeklärt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.03.2011
Geradezu unheimliche Ausmaße nahm die weltweite Verehrung für den schwedischen Ministerpräsidenten Olof Palme noch zu Lebzeiten an; nach seiner Ermordung wurde es erst mal nicht besser: Shirley MacLaine etwa plauderte mit seinem Astralleib. Dies und Haltbareres erfährt man aus Henrik Berggrens Biografie Palmes. Sehr viel Haltbareres, um genau zu sein, denn der Rezensent Jasper von Altenbockum ist von diesem Buch sehr begeistert. Nicht weniger als ein Porträt des schwedischen 20. Jahrhunderts nämlich sei Berggren gelungen, die Geschichte eines Landes, in dessen modernefreudiger Sozialdemokratie der Bürgersohn Palme seinen Aufstieg erlebte. Den Niedergang des "allzu starken Staats" habe Palme noch miterlebt, zunehmend vereinsamt allerdings in einem ihm fremd gewordenen Umfeld.
Rezensent Andreas Fanizadeh nimmt Henrik Berggrens umfangreiche Biografie des vor 25 Jahren ermordeten schwedischen Sozialdemokraten Olof Palme sehr positiv auf. Er attestiert dem Autor, das Leben des aus einem konservativ-bürgerlichen Elternhaus stammenden Politikers, der die Sozialdemokratische Partei in Schweden zum Erfolg führte und als Ministerpräsident sein Land von 1969 bis 1976 und von 1982 bis 1986 regierte, überaus packend zu beschreiben. Zudem gelingt es Berggren seines Erachtens, die Ereignisse in Schweden und die Politik der Sozialdemokratischen Partei im Kalten Krieg mit der weltpolitischen Lage erhellend zu verbinden. Entstanden ist in seinen Augen ein imponierendes"spannend und leicht" zu lesendes Werk, das in Schweden verständlicherweise zum Bestseller avancierte.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Karl Ove Knausgard: Arendal Aus dem Norwegischen von Paul Berf. Wo ist dein Platz im Leben? Wohin gehörst du? Wo liegen deine wahren Gefühle?Wir schreiben das Jahr 1976. Syvert Løyning ist nach einer…