Aus dem Französischen von Annalisa Viviani. Mata Hari - Dieser Name steht für Erotik, Exotik - und ein Geheimnis. Denn wer war die glamouröse Tänzerin wirklich? Was bewegte die Frau, der bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs ganz Europa zu Füßen lag? Um auch im Krieg ein Leben voller Luxus fortführen zu können, ließ sie sich als Spionin für das Deutsche Reich anwerben - Offiziere, die ihr Geheimnisse erzählten, gab es schließlich genug. 1917 wird sie gefasst und nach einem Geheimprozess als Verräterin erschossen. Philippe Collas hat die erst kürzlich freigegebenen Akten ausgewertet und kommt zu einem überraschenden Ergebnis: Mata Hari wurde für patriotische Zwecke geopfert von Männern, denen sie immer schon zu freizügig, zu kosmopolitisch und zu exotisch war.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.11.2010
Hingerissen zeigt sich Rezensent Manfred Schwarz von Philippe Collas' Buch über das Leben der Holländerin Margaretha Zelle (1876-1917), die als sagenumwobene Spionin Mata Hari am 15. Oktober 1917 hingerichtet wurde. Collas, erzählt der Rezensent, hatte ein besonderes Interesse an Mata Hari: Sein Urgroßvater hatte nämlich als Untersuchungsrichter "maßgeblichen Anteil" am Todesurteil gegen Mata Hari. Zwar bietet das Buch dem Rezensenten zufolge keine grundlegend neuen oder gar sensationellen Erkenntnisse. So unterscheidet sich Collas' Bild Mata Haris, die aus der Provinz kommend zur begehrten und bewunderten Lebedame aufsteigt, für ihn nicht wesentlich von dem, das etwa Fred Kupfermann und andere schon gezeichnet haben. Aber die Lektüre des Werks lohnt sich nach Ansicht von Schwarz trotzdem unbedingt. Zum einen scheint ihm die Darstellung bei Collas sehr detailliert und quellenreich, zum anderen hervorragend und packend geschrieben. Das Fazit des Rezensenten: ein "glänzendes, ja mitreißendes Buch".
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