Es gibt viele Ideen, wie man sein Leben führen soll. Die meisten sind seit Jahrtausenden bekannt. Die wenigsten sind überraschend. Und alle haben sie einen Fehler: Das Leben will sich diesen Rezepten nicht recht anpassen. 20 Leute von der Hausfrau zum Rockstar, von der Skandalautorin bis hin zum Mönch erzählen von ihrem Leben: ihre Wege und Umwege zum Glück und ihren Umgang mit Unglück.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.10.2010
Ganz hingerissen ist Rezensent Christian Geyer im Aufmacher des Sachbuchteils der FAZ-Buchmessenbeilage von diesem unprätentiösen Band. Die Journalistin Ursula von Arx, eine studierte Philosophin und Psychologin, zeichnet darin zwanzig Begegnungen mit sehr unterschiedlichen Menschen nach. Das reicht von einer Kindergärtnerin, die heute als Putzfrau arbeitet, bis zur Stargeigerin Julia Fischer. Sie alle hat von Arx nach ihren Vorstellungen vom "guten Leben", vom Glück befragt und dabei stets auch etwas über das Unglück erfahren. Nie gebe, lobt Geyer, die Autorin sich besserwisserisch, nie überfährt sie ihre Protagonistinnen und Protagonisten mit psychologischen Deutungen. Eine Grundhaltung der lebensfreundlichen Skepsis, einer Einsicht in die Notwendigkeit auch und gerade von Beschränkungen, macht der Rezensent dabei aus. Er sympathisiert sehr damit und sieht die Stärken durch von Arx' letztes Kapitel ex negativo noch einmal verdeutlicht: Hier stellt sie die "Glücksthesen der psychologischen Ratgeber" vor und an deren "Belehrungen" werde im Umkehrschluss erst recht klar, wie sehr nur der von diesem Buch herausgearbeitete Einzelfall zählt.
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