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Klappentext
Der Roman "Ich lese den Himmel" ist das Ergebnis eines Dialogs zwischen dem Schriftsteller Timothy O`Grady und dem Fotografen Steve Pyke. Im Mittelpunkt steht die Geschichte eines nach England ausgewanderten irischen Arbeiters, der den Tod erwartet und sich an sein Leben erinnert: wie er als Kind ohne Pinsel mit bloßen Händen die Tür der Hütte streicht, wie er als Arbeiter in England Straßen pflastert und Geld nach Irland schickt, damit die zu Hause überleben. Er lernt Akkordeon spielen und die Liebe kennen. Er kann ein Fass reparieren und die Wolken lesen. Den poetischen Momentaufnahmen und burlesken Anekdoten stellt Steve Pyke seine schwarzweißen Fotografien gegenüber. Sie zeigen Gesichter und Szenen, die uns in Timothy O´Gradys Roman begegnet sein könnten.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.04.2001
Nach Martin Ebel stehen Text und Fotografien in diesem Band je für sich - einen "Bezug" kann er nicht ausmachen, doch das stört ihn nicht. Beides könnte "für sich" bestehen, findet er, allerdings räumt er ein, dass typische Irland-Klischees bei den Fotos nicht bedient werden, was mancher enttäuschend finden wird, so Ebels Vermutung. Stattdessen habe Pyke statische Schwarzweiß-Aufnahmen gemacht, die - oft eintönige - Szenen und Gesichter festhalten. "Geradezu reduktionistisch" findet dies der Rezensent, was durchaus positiv gemeint zu sein scheint. Der Roman selbst hat irische Arbeitsemigranten zum Thema, erläutert Ebel, und ein solcher ist auch der Erzähler, der auf sein hartes Leben zurückblickt: Schlafen im Schweinestall, Kälte, Tod, Armut. O'Grady lasse hier keinen "gewandten Erzähler" sprechen, sondern einen, der mühsam mit seinen Erinnerungen ringt, doch dabei führe er "dem Ungeschickten geschickt die Hand". Und sofern der Leser über einen "entsprechenden Resonanzboden" verfügt, kann das Buch durchaus "heftige Schwingungen" auslösen, findet Ebel.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 28.11.2000
Das Buch über die irischen Wanderarbeiter, ihr hartes Schicksal und Arbeitsleben in England, begeistert Friedhelm Rathjen, obwohl es, wie der Rezensent meint, auch zur Verklärung neigt. Eine Verklärung der alten Heimat, des dörflichen Irlands, wie es Heinrich Böll geliebt habe. Verklärung heißt für Rathjen in diesem Fall nicht Verkitschung. Es sei eher "ein Akt der Entrückung, der Distanzierung", da der (namenlos bleibende) Erzähler, der hier stellvertretend für viele erzählt, nicht versuchen würde, die Vergangenheit zurückzuholen. Stattdessen berichte er in Anekdoten und in vielen kleinen Details vom harten Arbeiterdasein, zähle Tätigkeiten, Begebenheiten, Orte, Menschen auf - eine Aneinanderreihung oder Litanei, die sich wie die "Evokation einer Existenzweise der Selbstaufopferung" liest, meint Rathjen. Die dem Text beigesteuerten rund achtzig Fotografien, durchweg beeindruckend, stören den Rezensent gerade deswegen. Das Suggestive des Textes und die Fotos behinderten sich gegenseitig, schreibt der Rezensent und rät, eins nach dem anderen zu goutieren.
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