Mit dieser Arbeit wird erstmals das literarische und literaturtheoretische Werk von Johann Jakob Bodmer (1698-1783) umfassend analysiert. So kann ein neues Profil des Meinungsführers der Zürcher Aufklärung entworfen werden, das die negativen Urteile der Literaturgeschichte revidiert. In biblischen Epen, politischen Dramen und Kinderschauspielen entwarf Bodmer Gesellschaftsmodelle, die auf Idealen wie Freundschaft und Menschenliebe beruhen. Viel radikaler als seine dichtenden Zeitgenossen erklärte er diese zur politischen Basis einer jeden Gesellschaft.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 17.08.2010
Ob Bernhard Lang tatsächlich bedauert, dass Johann Jakob Bodmers biblische Epen in Vergessenheit gerieten, erfährt der Leser seiner kurzen Kritik nicht; ebensowenig, für wie dringlich der Rezensent es hält, dass Jesko Reiling Bodmers literarisches Werk in seinem Buch "Die Genese der idealen Gesellschaft" aufarbeitet. Aber lesenswert findet er die Studien schon, besonders die Reilings Begründung für die stiefmütterliche Behandlung Bodmers in der Literaturgeschichte. Nicht Goethes despektierlichen Worte seien Schuld gewesen ("zeitlebens ein Kind geblieben"), sondern der Geschmack des zeitgenössischen Lesers: Henry Fieldings Romane hätte dieser wohl einfach unterhaltsamer gefunden als Johann Jakob Bodmers Epen.
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