Bücherschau der Woche
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Jonathan Safran Foer
Tiere essen
Klappentext
Wie viele junge Menschen schwankte Jonathan Safran Foer lange zwischen Fleischgenuss und Vegetarismus hin und her. Als er Vater wurde und er und seine Frau überlegten, wie sie ihr Kind ernähren würden, bekamen seine Fragen eine neue Dringlichkeit: Warum essen wir Tiere? Würden wir sie auch essen, wenn wir wüssten, wo sie herkommen? Foer recherchiert auf eigene Faust, bricht nachts in Tierfarmen ein, konsultiert einschlägige Studien und spricht mit zahlreichen Akteuren und Experten. Vor allem aber geht er der Frage auf den Grund, was Essen für den Menschen bedeutet. Auch Foer kennt die trostspendende Kraft einer fleischhaltigen Lieblingsmahlzeit, die seit Generationen in einer Familie gekocht wird. In einer Synthese aus Philosophie, Literatur, Wissenschaft und eigenen Undercover-Reportagen bricht Foer in "Tiere essen" eine Lanze für eine bewusste Wahl. Er hinterfragt die Geschichten, die wir uns selbst erzählen, um unser Essverhalten zu rechtfertigen, und die dazu beitragen, dass wir der Wirklichkeit der Massentierhaltung und deren Konsequenzen nicht ins Auge sehen.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.10.2010
Petra Steinberger hat drei Bücher über die Nahrungsmittelindustrie gelesen, die ihr ziemlich auf den Magen schlagen. Sehr knapp geht sie noch einmal auf Jonathan Foers Band "Tiere essen" ein, der mittlerweile auch bei uns ein Bestseller ist, wie sie mitteilt. Akribisch untersuche der Autor alle Aspekte des Fleischverzehr inklusive Transportwegen, Lebensbedingungen und Schlachtmethoden und es ist ihm damit gelungen, eine "allgemeine Diskussion über Vegetarismus" über die üblichen Kreise hinaus loszutreten, so die Rezensentin anerkennend.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 26.08.2010
Andrea Köhler hat Jonathan Safran Foers Buch "Tiere essen" mit großer Anteilnahme gelesen, das spürt man in jeder Zeile. Drastisch beschreibt die Rezensentin die Grausamkeiten, die im Zuge der modernen Massenhaltung an Tieren begangen werden und sieht im Buch des amerikanischen Schriftstellers, der dafür in Mastbetrieben und Geflügelfarmen recherchiert hat, vor allem ein Anschreiben gegen das "große Vergessen". Darauf deute schon der Titel, der bewusst "Tiere" und nicht "Fleisch essen" lautet, betont die Rezensentin. Abgesehen von den moralischen und gesundheitlichen Implikationen widmet sich Foer aber auch den klimatischen Konsequenzen der Massentierhaltung, so Köhler weiter. Für die deutsche Ausgabe des Buches sind Zahlen und Daten über die Situation in Deutschland ergänzt worden, lässt sie noch wissen. Sie unterstreicht, dass der Autor durchaus nicht als "Eiferer" und schon gar nicht "naiv" mit seinen gründlich recherchierten Fakten umgeht, sondern auch kleine Schritte in die richtige Richtung akzeptiert, wie beispielsweise, donnerstags Fleischverzicht zu üben. Keinen Zweifel aber hat Köhler spätestens nach der Lektüre daran, dass das Foltern in den Mast- und Schlachtbetrieben sich durch nichts rechtfertigen lässt.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 16.08.2010
Sehr bewegt ist Rezensentin Kathrin Hartmann von Jonathan Safran Foers Buch "Tiere essen", das in ihren Augen den Nerv der Zeit viel stärker trifft als Vorgängerbücher zum selben Thema von J.M. Coetzee, Jeremy Rifkin oder Charles Patterson ("Für die Tiere ist jeden Tag Treblinka"). Was das Buch aber für Hartmann so überzeugend macht, ist, dass es nicht aus der Warte eines Vegetariers argumentiert, sondern aus der eines Fleischessers, der aber nicht mehr verdrängen will, dass die Tiere, die er isst, qualvoll sterben, nachdem sie schon qualvoll gelebt haben. Leider ist nicht recht auszumachen, was Foer nun konkret fordert, Hartmann berichtet vor allem von Fragen, die er stellt. Aber selbst den Ausweg, den Foer laut Rezensentin anbietet, nämlich "ethisches Fleisch", sei ein problematisches Unterfangen. Denn selbst von Vegetariern geführte Farmen arbeiten "zweifelhaft", lernt sie bei Foer.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 14.08.2010
Mit hohem Lob bedenkt Rezensent Peter Unfried das neue Buch von Jonathan Safran Foer über das er mit dem Autor auch telefoniert hat. "Tiere essen" ist für Unfried ein "überraschendes Buch": kein Roman, sondern eine glänzende Mischung aus "Recherchejournalismus und Autobiografie", das sich mit der Bedeutung und den Folgen eines ungehemmten Fleischkonsums und den Möglichkeiten eines Wandels befasst. Zwar sind die recherchierten Erkenntnisse etwa über die ökonomischen Interessen der Fleischindustrie oder die Zusammenhänge von Fleischproduktion und Erdwärmung nicht alle brandneu. Aber das spielt für Unfired keine große Rolle. Denn es sind für ihn ohnehin nicht die Fakten und Zahlen, die Foer zusammengetragen hat, und auch nicht die moralphilosophischen Passagen, die das Buch so bedeutend machen, sondern die Art, wie der Autor versucht, allen Leser Zugang zu einer "individuellen positiven Veränderungsgeschichte" zu ermöglichen, ohne sie dabei durch Maximalforderungen abzuschrecken.
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