Mit 943 meist farbigen Abbildungen. Im Mittelalter nannte man einen Künstler Artifex, einen, der eine Kunst macht. Auf vielen seiner Werke gab der Artifex nicht nur seinen Namen und Nachrichten über sich selbst bekannt, sondern setzte sich auch persönlich ins Bild. Diese Selbstdarstellungen von Architekten und Steinmetzen, Bildhauern und Malern, Goldschmieden und Bronzegießern, Buchmalern und Textil künstlern dokumentiert der neue Band von Anton Legner mit einer Fülle von Beispielen in Text und Bild und widerlegt damit auch die bekannten Mythen vom anonymen Schaffen der Künstler im angeblich dunklen Mittelalter. Den Autor beschäftigt die Frage nach unserem Bild vom Mittelalter und seinen Künstlern. Wie und warum stellten sie sich zu damaligen Zeiten selbst dar? Was sagten sie auf ihren Werken und in eigenen Schriftzeugnissen über sich selbst aus? Wie bildeten sie Zeitgenossen und Nachfolgende bei bei ihrer Tätigkeit ab?
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 28.07.2010
Ganz erschlagen ist Alexandra Stäheli von diesem Band. Kein Wunder, denn der Kunsthistoriker Anton Legner holt weit aus und schafft jede Menge Belege dafür heran (943 Abbildungen!), dass der mittelalterliche Künstler durchaus nicht bescheiden, quasi unsichtbar und unbekannt war. Stäheli wühlt sich durch wissenschaftliche Argumente, Interpretation und vom Autor dokumentierte Sichtweisen verschiedener Epochen auf das Mittelalter und stellt fest: Die Summe eines Forscherlebens taugt hier dazu zu beweisen, dass für die künstlerische Selbstreflexion und -darstellung der Neuzeit die Weichen bereits im Mittelalter gestellt wurden.
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