us dem Kalten Krieg ist 1989 der Kapitalismus als Sieger hervorgegangen. Doch wozu war dieser Sieg gut? Und was ist seither aus dem Sieger geworden?
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.07.2010
Nicht ganz eindeutig ist das Urteil, zu dem Joseph Hanimann über dieses Buch Andre Comte-Sponvilles kommt, den er zwar in die Reihe der französischen Moralisten einordnet, ihm aber auch gleich die "aphoristische Würze" abspricht. Comte-Sponville fragt, ob der Kapitalismus moralisch sein kann. Nein, kann er nicht. Ist das schlimm? Nein. Denn für den Autor, den Hanimann mit mildem Spott als "unseren Hauslehrer in Sachen Philosophie" bezeichnet, sei klar, dass die moralischen und rechtlichen Fundamente auf einer andere Ebene als der ökonomischen Sphäre ausgehandelt werden müsse. Mit großer Genugtuung liest Hanimann, wie Comte-Sponville Schluss macht mit dem Gerede von Unternehmensethik, die sich auszahle. Und auch dass die kapitalistisch nicht die beste aller möglichen Welten sei, liest Hanimann hier noch einmal, aber im Moment die einzige, die wir haben. Für den Rezensenten ist das alles nicht neu, aber so klar habe er das bisher nicht gewusst, schließt er freundlich seine Besprechung.
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