Herausgegeben von Carolin Meister und Dorothea von Hantelmann. Die Ausstellung ist in den letzten Jahrzehnten zu einem der erfolgreichsten kulturellen Ereignisse avanciert. So zumindest scheint es angesichts der Vielzahl neuer Museumsbauten, der globalen Verbreitung sogenannter Biennalen und dem zunehmenden Maß an medialer und diskursiver Aufmerksamkeit, das der bildenden Kunst zuteil wird. Worin aber gründet dieser Erfolg? Welche gesellschaftliche wie kulturelle Bedeutung erfüllt die Ausstellung historisch und aktuell? Worin liegen ihre ästhetischen und ihre nicht-ästhetischen, etwa rituellen oder gouvernementalen Züge? Eine Sammlung von Essays befasst sich aus philosophischer, soziologischer, künstlerischer und kunsthistorischer Perspektive mit diesem Thema.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.06.2010
Was ist eine Ausstellung? Was macht sie mit uns, mit der Kunst? Swantje Kirch hat in diesem Sammelband nach Antworten gesucht und stellt fest: Museum heißt Macht, heißt bürgerliche Ordnung und bürgerliches Ritual. Wie die acht Aufsätze aus unterschiedlichen geisteswissenschaftlichen Perspektiven dem Phänomen auf den Grund zu gehen suchen, was sie zutage fördern, findet Kirch einleuchtend. Allerdings stutzt sie angesichts eines Interviews mit Daniel Buren, das im Band wie eine Granate steckt, wie sie findet. Burens Versuch, die Konventionen des Ausstellens zu durchbrechen, das weiß Kirch jedoch auch, scheiterte. Das Medium der Ausstellung selbst ist die Kunst, erklärt ihr ein Text von Diarmuid Costello. Und so stimmt's wieder.
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