Volker Rieble

Das Wissenschaftsplagiat

Vom Versagen eines Systems
Cover: Das Wissenschaftsplagiat
Vittorio Klostermann Verlag, Frankfurt am Main 2010
ISBN 9783465041016
Kartoniert, 120 Seiten, 14,80 EUR

Klappentext

Wissenschaftsplagiate kommen häufig vor. Und werden weithin totgeschwiegen - von den Verlagen, von den Universitäten und Wissenschaftsinstitutionen. Nur selten schafft es ein Fall wie Schwintowski ins öffentliche Feuilleton. Der Kollateralschaden indes wiegt schwer. Bestohlene Autoren erhalten nicht die gebotene Reputation. Das Ghostwriting der Assistenten für ihre Professoren behindert die Assistenten und schafft ein Klima unwissenschaftlicher Anmutung. Netzveröffentlichungen befördern und etablieren das Plagiat - ja heißen es mit der creative-commons-Lizenz des "remix" nachgerade willkommen. Elektronische Abwehr erfolgt nicht.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.03.2011

Oha, Wissenschaft ist eine gefährliche Angelegenheit. Wie gefährlich erfährt Rezensent Uwe Justus Wenzel in dieser knappen Studie des Arbeits- und Zivilrechtlers Volker Rieble, die sich einigen besonders schweren Fällen des Wissenschaftsplagiats zuwendet und feststellt: juristische Ahndung und Folgen lassen zu wünschen übrig. Etwa ein Kassieren der Plagiate oder eine öffentliche Wiedergutmachung für die Opfer. Wenzel lernt ferner, wie gut sich gerade die Rechtswissenschaft zum Abschreiben eignet und woran es liegen könnte, das man sich schwer tut mit Sanktionen: Es gibt zuviele schwarze Schafe. Darum plädiert der Autor, für den Rezensenten gut nachvollziehbar, für eine stärkere Verrechtlichung des Wissenschaftsverkehrs und eine Erweiterung des Plagiatsbegriffs. Scharfsichtig, trotz aller Kürze, findet Wenzel. Woher der Autor das wohl hat?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 11.05.2010

Ross und Reiter der verbreiteten Praxis des Abschreibens in der Wissenschaft zu nennen, wie es Volker Rieble in seinem Buch "Das Wissenschaftsplagiat" tut, das ist man bislang nicht gewöhnt, stellt Rezensent Hermann Horstkotte mit Staunen fest. In seiner "Skandalchronik" gehe es dem Autor aber um mehr als um die Namen von Plagiatoren. Er will nicht nur auf ein in der Wissenschaftswelt verbreitetes Problem aufmerksam machen, sondern drängt auf klare rechtliche Richtlinien im Umgang mit Plagiatsvorwürfen, erklärt der Rezensent einverstanden.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.04.2010

Milos Vec signalisiert in seiner Kritik von Volker Riebles Buch über das Plagiat in wissenschaftlichen Texten durchweg Zustimmung und kann sich den Forderungen des Arbeitsrechtlers, schärfere juristische Sanktionen einzusetzen, nur anschließen. Schmal aber gewichtig sei das Buch, in dem der Autor mit Lust an der Zuspitzung bei gleichzeitigem gemäßigten Ton und solide recherchierter Argumentation sich nicht an die sonst übliche Anonymisierung von Plagiatssündern hält, sondern unerschrocken Namen nennt, lobt der Rezensent. Die Fallsammlung bietet für Vec dann auch einiges an Unterhaltung, gleichzeitig ist ihm aber klar, dass es Rieble sehr ernst bei seiner Forderung ist, die laxe Praxis bei der Verfolgung von Plagiatsvorwürfen abzuschaffen, die in vielen Fällen das wissenschaftliche Kopieren stillschweigend billigt. Etwas zu kurz gekommen sieht der Rezensent in Riebles begründeter "Kritik am System" die Frage nach der "persönlichen Verantwortung" der Wissenschaftler sowie die Differenzierung zwischen Natur- und Geisteswissenschaften. Alles in allem imponiert ihm der Band aber mit seinen genauen Vorstellungen, wie dem allgemeinen Missstand abzuhelfen ist. Nur wie dem Plagiat in der digitalen Welt beizukommen wäre, bleibt für Vec auch nach der Lektüre ungeklärt.

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