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zuletzt aktualisiert 22.02.2012, 15.59 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Rafael Yglesias

Glückliche Ehe

Roman

Cover: Glückliche Ehe

Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2010
ISBN-10 3608937072
ISBN-13 9783608937077
Gebunden, 428 Seiten, 22,90 EUR

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Klappentext

Aus dem Englischen von Cornelia Holfelder-von der Tann. Als der 21-jährige Enrique Sabas im wildromantischen Manhattan der siebziger Jahre auf die drei Jahre ältere Margaret Cohen trifft, weiß er, dass sie die Liebe seines Lebens ist. Doch die familiären Gegensätze könnten größer nicht sein: Er ist ein literarisches Wunderkind, ein eigenbrötlerischer Schulabbrecher, der sich ganz dem Leben der Boheme hingibt, wohingegen die lebhafte, attraktive Margaret aus einem bürgerlichen Haushalt kommt und die kontrollierte Emotionalität ihrer Mutter geerbt hat. Die erotischen Abenteuer und Missgeschicke in den ersten Wochen ihres Kennenlernens sind verwoben mit Szenen ihrer Ehe - die Erziehung der Kinder, der Verlust eines Elternteils, die Versuchungen eines allzu leichten Seitensprungs -, bevor Margaret mit Mitte fünfzig ihrer Krebserkrankung erliegt. Eine wahrhaftige Geschichte über ein gemeinsames Leben - und darüber, was eine glückliche Ehe ausmacht.

BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Rafael Yglesias: Glükliche Ehe - Leseprobe beim verlag Klett-Cotta

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 13.10.2010

Rafael Yglesias' Roman über die "glückliche Ehe" von Margaret und Enrique, der durch den Krebstod der Frau ein Ende gesetzt wird, hat Kersten Knipp sehr berührt. Indem der amerikanische Autor die erschütternden Schilderungen des Sterbens von Margaret mit Erinnerungen an dreißig Jahre Ehe durchsetzt, erzählt dieser Roman davon, was es heißt, einen geliebten Menschen zu verlieren, und wie sich in der Rückschau auf die gemeinsamen Jahre auch die Schmerzen des Abschieds potenzieren, so der Rezensent bewegt. Dass der Autor, der diesen Roman auf der Basis von persönlichen Erfahrungen schrieb, wie Knipp weiß, bei der Schilderung der Liebe ohne das übliche "amouröse Inventar" auskommt und auch bei den erschütternden Szenen auf der Krebsstation des Krankenhauses seine distanzierte Erzählperspektive nicht aufgibt, findet der Rezensent angemessen, weil er feststellen kann, dass sowohl das Leid als auch das Glück dieses Paares "ohne große Worte" auskommt.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.05.2010

Mit großem Enthusiasmus lobt Rezensentin Lena Bopp Rafael Yglesias' Roman "Glückliche Ehe", wobei es ihr schon mal einigen Respekt abnötigt, dass der amerikanische Autor sich nach 13 Jahren Schaffenspause ausgerechnet an das heikle Genre des Liebesromans wagt. Doch ohne Zweifel sei die Geschichte vom Schriftsteller Enrique und seiner Frau Margaret die "klügste und schönste" Liebeserzählung seit langem, wie die Rezensentin schwärmt, die auch noch mehrere Belege dafür anführen kann, dass dieser Roman eine autobiografische Grundlage hat. Richtig ergriffen ist Bopp von den Schilderungen der Anfänge dieser Liebe im New York der 1970er Jahre und dem parallel dazu erzählten Sterben Margarets an einer Krebserkrankung, wobei sie besonders hier Passagen von großer "Intensität" ausmacht. Authentizität, "zärtliche Komik" und Ehrlichkeit sind es, die die Rezensentin so für den Roman einnehmen, den sie auch ganz vorzüglich ins Deutsche übersetzt findet. Und Bopp rechnet es dem Autor hoch an, dass er kein "sentimentales Melodram", sondern ein "wunderschönes Buch" von dieser Beziehung geschaffen hat, die in ihren Höhen und Tiefen eine ziemlich alltägliche Ehe ist und gleichwohl so berührt, wie Bopp betont.

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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 10.04.2010

Unaufdringlich brillant findet Dirk Knipphals diesen "tieftraurigen wie lustigen" und lehrreichen Roman über eine bis zum frühen Krebstod der Ehefrau geschilderte glückliche Ehe, der ihn auch mit seiner Furchtlosigkeit bei der Schilderung medizinischer und emotionaler Details beeindruckt hat. Der Autor hat, wie der Kritiker weiß, hier auch autobiografisches Material verarbeitet. Dennoch sei es kein Betroffenheitsbericht, zweifelt Knipphals an keiner Stelle dieses ihn sichtlich bewegenden Buchs die hohe literarische Qualität an. Rafael Yglesias schildere die letzten Wochen des Paares, nutze das Format des Paarromans aber auch für Rückblicke und Milieustudien im jüdischen Stadtneurotiker-Milieu, aus dem die Ehefrau stammte. Vom Kontrast der Kapitel fühlte sich der Kritiker "kräftig durchgeschüttelt" und manchmal kann er die "Choreografie der Abschiede", die dieser Autor in seinem Roman so virtuos zu gestalten versteht, kaum ertragen - ein Buch, das der Kritiker einmal auch eine "emotionale Reise" nennt.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 07.04.2010

Rafael Yglesias ist mit seinem Roman ein bewegendes, kluges und beeindruckendes Buch über ein Thema gelungen, dass sich als literarisches Sujet überhaupt nicht eignet, nämlich eine geglückte Beziehung, schwärmt Christoph Schröder. Der Autor erzählt gänzlich unsentimental und völlig ironiefrei von Enrique und seiner Frau Margret, die nach dreißig Jahren Ehe im Sterben liegt, erfahren wir. Der Rezensent hebt bewundernd hervor, wie gelungen der Autor die Sprache der beiden Zeitebenen, der noch jungen Beziehung im Manhattan der 70er Jahre und der Sterbeprozess Margrets in der Gegenwart, voneinander abhebt. Dabei gebe es trotz aller Tragik auch urkomische Situationen, betont Schröder. Er hat gefesselt die Entwicklung dieser Ehe verfolgt, deren Erfolg darin besteht, dass hier ein Paar sich unbedingt und trotz allerlei Neurosen, Empfindlichkeiten und Machtspielchen füreinander entschieden hat. Dem Klappentext hat der Rezensent entnommen, dass der Roman autobiografisch begründet sei, und das beeindruckt ihn enorm, weil es, wie er anerkennend festhält, Yglesias "Fähigkeit zur distanzierten Selbstbeobachtung" demonstriert.

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