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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Hugo Ball

Michael Bakunin, Ein Brevier

Sämtliche Werke und Briefe, Band 4

Cover: Michael Bakunin, Ein Brevier

Wallstein Verlag, Göttingen 2010
ISBN-10 3892447780
ISBN-13 9783892447788
Gebunden, 579 Seiten, 39,00 EUR

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Klappentext

Herausgegeben von Hans Burkhard Schlichting unter Mitarbeit von Gisela Erbslöh. Die Sämtlichen Werke werden herausgegeben von der Hugo-Ball-Gesellschaft, Pirmasens. Das umfangreichste unveröffentlichte Werk Hugo Balls - neunzig Jahre nach seiner Projektierung erstmals publiziert. Angesichts des Weltkrieges war es für Hugo Ball eine Sache des publizistischen Gewissens, seine Zeitgenossen mit Denkansätzen zu konfrontieren, die frei von Chauvinismus waren. Da er die militante Staatsvergottung als Ursache der europäischen Katastrophe begriff, suchte er nach unabhängigen Gegenkräften. Neben Nietzsche wurde für ihn dabei der russische Revolutionär Bakunin (1814-1876) zur Schlüsselfigur. Bakunins abenteuerliches Leben war damals bestenfalls Legende; kenntnislose Vorurteile und Vorverurteilungen standen einer unvoreingenommenen Aufnahme seiner Schriften entgegen.
Als Ball sich 1915 daranmachte, den Klassiker des libertären Denkens für breitere Leserkreise zu erschließen, waren Bakunins Werke im deutschen Sprachraum erst in geringem Umfang zugänglich. Entgegen den Tendenzen der biografischen Mode seiner Zeit insistiert Ball auf der Wirkung des Authentischen: Er schildert nicht, sondern montiert ausgewiesene Dokumente. Vieles war aus entlegenen Quellen zu sammeln und erstmals zu übersetzen. Die Bakunin-Studien begleiteten Balls dadaistisches Engagement, wurden zum Fundus seiner "Kritik der deutschen Intelligenz" und rückten diese in ein neues Licht, als Ball auf den Bakunin-Kritiker Carl Schmitt traf. Das Bakunin-Brevier blieb Fragment, da sich nach anfänglichem Publikationsinteresse von Rene Schickele und Erich Reiss kein Verleger fand.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.09.2010

Wenn wir Kerstin Holm glauben, hat Michael Bakunin in Hugo Ball einen kongenialen Geist. Wenn Ball also mit diesem aus Briefen und Erinnerungen zusammengestellten Bakunin-Brevier einem "wirklich freien Menschen" literarisch huldigt, kann Holm das gut verstehen. Teil der Ball-Gesamtausgabe, liegt das einst zensurbedingt unveröffentlichte Buch nun vor und beschenkt die Rezensentin mit dem Eindruck von einem liebenswerten, zartfühlenden, wenngleich entschieden die permanente Revolution fordernden Mann. Schade findet sie, dass Ball sein Werk nicht vollenden konnte. Entschädigt wird sie durch den reichen Anmerkungsteil. Dieser macht ihr den Aufbruch der europäischen Linken noch einmal gegenwärtig.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 06.03.2010

Felix Philipp Ingold bezweifelt, dass dieser "Texttorso" als eigenständiges Werk in die Hugo-Ball-Gesamtausgabe gehört, wo dieser "dokumentarisch nicht eben verlässliche Reader" als Band vier nun erschienen ist. Nicht nur, dass das Lesebuch aus Ingolds Sicht inhaltlich längst überholt ist. Auch in seiner Textform als "Fragment aus Fragmenten" überzeugt es den Kritiker nicht. Unzweifelhaft steht diesen Mängeln jedoch aus seiner Sicht "der exzellente Standard der vorliegenden Edition" gegenüber, deren kritischer Apparat seinen Informationen zufolge (auf 400 Druckseiten) "eine Fülle von Kommentaren und Exkursen" bereithält, die seiner Ansicht nach "weit über Balls Vorhaben hinausweisen" und insgesamt eine materialreiche "Entwicklungsgeschichte der russischen und der deutschen Linken im 19. Jahrhundert" ergeben.

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Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

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09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

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06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

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02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

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