Seit 2003 dürfen durch Weisung der indonesischen Regierung keine Journalisten mehr nach Westpapua einreisen. Karen Gloys Reisebericht ist ein wertvolles Dokument zur Beschreibung der Lebensumstände in einer Region, um deren Autonomie es immer wieder Konflikte gibt. In ihrem spannenden, flüssig lesbaren Text geht die Autorin auf die Unbilden und Unwägbarkeiten der Fahrt ein, was mit den umständlichen Visa-Prozeduren der indonesischen Regionalbehörden beginnt und mit Gefahren für Leib und Leben im Dschungel Westpapuas noch lange nicht endet. Als Endergebnis steht die erstaunliche Erkenntnis: Es gibt sie auch im 21. Jh. noch - Kannibalen!
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.02.2010
Mit gemischten Gefühlen hat Rezensent Günter Paul diesen Expeditionsbericht der Philosophin Karen Gloy gelesen. Die renommierte Kant- und Hegelexpertin schildert nach seiner Auskunft ihre Annäherung an das Naturvolk der Kombai, die in den Wäldern von Westpapua leben, kritisiert die Zerstörung fremder Kulturen und reflektiert die Grundlagen von Kultur. Der Bericht Gloys über den Empfang bei den Kombai ist für ihn eines "Abenteurromans würdig" und ihre Schilderung des Zusammentreffens mit den Eingeborenen am Lagerfeuer hat in seinen Augen durchaus Charme. Allerdings verhehlt er auch nicht, dass die Autorin vor allem "Wilde" trifft, "die nicht nur ihre Erwartungen erfüllen, sondern auch recht anstellig sind". Paul schätzt den Expiditionsbericht als "ungewöhnlich" und "interessant". Zugleich bescheinigt er ihm aber eine "unwirkliche Art" und hält fest, dass er "viele Fragen aufwirft".
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