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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Ronald M. Schernikau

Irene Binz

Befragung

Rotbuch Verlag, Berlin 2010
ISBN-10 3867890951
ISBN-13 9783867890953
Gebunden, 224 Seiten, 16,95 EUR

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Klappentext

Herausgegeben von Thomas Keck. Mit einem Vorwort von Dietmar Dath und einem Interview zwischen Ellen Schernikau und Claudia Wangerin. Das intensive Gespräch zwischen Mutter und Sohn fördert Bewegendes zutage: das Aufwachsen in der DDR, die Umstände der Flucht nach Westdeutschland aus Liebe zum Vater des gemeinsamen Kindes, die Demütigung, als sie erfährt, dass dieser dort heimlich eine andere geheiratet hat, das Misstrauen ihr, der Genossin, gegenüber - Irene Binz, literarisches Alter Ego von Ellen Schernikau, geht weiter ihren Weg und fühlt doch schmerzhaft die Leerstelle der fehlenden Heimat. Dieses Buch ist das Porträt einer ungewöhnlichen, starken Frau, die ihren Überzeugungen treu geblieben ist.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 28.10.2010

Als "dringend zu erzählenden Lebens" und "im besten Sinne Zeitgeschichte" hat die Rezensentin Roland M. Schernikaus Beschreibung des Lebens seiner Mutter empfunden. Denn, so Andrea Hannah Hünninger, es ist die Geschichte einer einfachen Frau zwischen beiden deutschen Nachkriegsstaaten. Der naive "dann-hab-ich-gedacht"-Ton, mit der diese in Teilen erschütternde Geschichte aufgeschrieben ist, greift der Kritikerin immer wieder ans Herz. Gedanken über die Ungerechtigkeit beider Systeme, die Trauer über Verpasstes machen das Buch für sie ebenso zur eindringlichen Lektüre, wie die detailreiche Schilderungen dieses Lebens durch einen empathischen Sohn.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.03.2010

Ganz besoffen ist Jens Bisky von dieser, wie er schreibt, so einnehmend zwischen Protokollliteratur und Märchendichtung changierenden von Thomas Keck aus dem Nachlass edierten Prosafassung von Ronald M. Schernikaus Interview mit der Mutter. Deren hier dokumentierte Naivität Männer betreffend und Politik findet Bisky mitunter schwer erträglich. Hin- und hergerissen zwischen Ost- und West-Deutschland, wie sie ist, möchte Bisky ihr manchmal gern gut zureden. Weil Schernikau jedoch einen "charmanten, suggestiven" Märchenton einzieht, der die Mutter erfolgreich romantisiert, konzentriert sich Bisky bald auf den "Irenesound" und auf die "berückend schönen Sätze". Schon dieser, auch von Dietmar Dath im Vorwort leidenschaftlich gelobten poetischen Qualität wegen wünscht Bisky dem Buch viele Leser.

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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 20.02.2010

Bei diesem neuen Schnernikau-Buch handelt es sich um ein Gesprächsprotokoll, wie Rezensent Rene Hamann schreibt, das in dieser Form aus dem Nachlass neu veröffentlicht wurde. Und zwar spreche hier Schnernikaus Mutter Irene Binz persönlich, was diese "Befragung" für den Kritiker zur Vorstufe einer Autobiografie des 1991 verstorbenen schwulen kommunistischen Schriftstellers Schernikau macht. So sei es auch nicht irgendein Autorenmütterleben, dass hier erzählt werde, sondern ein sehr besonderes und interessantes, denn es erzähle von einem Leben, das "von Politik bestimmt" wurde. Auch handelt es sich dem Eindruck des Kritikers zufolge deshalb um einen hochpolitischen Text, weil er für ihn einen fast schon altmodischen Anspruch an Literatur erfüllt, den er hier hochhalten möchte: dass nämlich Literatur über die Verhältnisse aufklärt.

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Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

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09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

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06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

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