Mit einem Nachwort von Tang Xiaodu. Aus dem Chinesischen von Gao Hong und Wolfgang Kubin. Gefördert vom Übersetzungsfond des Amtes für Presse- und Publikationswesen der VR China und von litprom - Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika. Diese Anthologie zumeist in China noch unveröffentlichter chinesischer Gegenwartslyrik gibt, in der Übertragung von Wolfgang Kubin und Gao Hong, dem deutschen Leser zum ersten Mal die Möglichkeit einer Begegnung mit den bedeutendsten Poeten des heutigen China und der Vielfalt der Stile und Sujets seiner aktuellen Dichterszene. Ob Zhai Yongmings Bänkelsang vom "Küken auf dem Strich", Xi Chuans lyrische "Denkübungen" zu Nietzsche oder Ouyang Jianghes "Glasfabrik", in der sich alle "Transparenz als Geheimsprache" offenbart - die fernen Bilder und Gedanken finden schnell unser Vertrauen... Einige der Poeten sind hierzulande bereits bekannt, durch Lesungen oder Publikationen. Andere stellen sich dem deutschen Publikum erstmalig vor.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 06.02.2010
Ein deutsch-chinesisches Rezensentenduo - Li Shuangzhi, Literaturwissenschaftler in Nanjing, und Michel Ostheimer von der Uni Chemnitz - bespricht diesen in deutsch-chinesischer Kooperation herausgegebenen Band mit chinesischer Lyrik. Eigentlich wird aber gar nicht der Band beziehungsweise seine Zusammenstellung rezensiert. Der Artikel ist vielmehr eine Schnellzusammenfassung der Entwicklung der chinesischen Lyrik seit der Gründung der Volksrepublik. Die Rezensenten beschreiben diese Entwicklung als eine der immer weiteren Entfernung von den ästhetischen und politischen Doktrinen des Staats. Die vergleichsweise große Freiheit, die die chinesische Lyrik heute genießt, verdanke sich nicht zuletzt ihrer zusehends marginalen Stellung in einer seit den Neunzigern von den Massenmedien dominierten Kultur. Die in der Rezension erwähnten Autoren reichen vom stark von Hölderlin beeinflussten Haizi bis zum bildmächtigen Xi Chuan, der in einem Gedicht über ein "Massaker an den Schmetterlingen" beim Autobahnfahren schreibt.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Karl Ove Knausgard: Arendal Aus dem Norwegischen von Paul Berf. Wo ist dein Platz im Leben? Wohin gehörst du? Wo liegen deine wahren Gefühle?Wir schreiben das Jahr 1976. Syvert Løyning ist nach einer…