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Catherine Millet
Eifersucht
Klappentext
Aus dem Französischen von Sigrid Vagt. Ein Briefumschlag auf dem Schreibtisch ihres Mannes, darin ein eindeutiges Foto einer nackten Schwangeren: Catherine Millets Leben ändert sich schlagartig. Systematisch sucht die Betrogene nach weiteren Beweisen für Jacques' Untreue. Ihre Eifersucht wird umso qualvoller, je mehr sie in Erfahrung bringt, und schließlich stürzt sie in eine tiefe Krise, deren einziger Ausweg die Erkundung des eigenen Ichs wird. Sieben Jahre nach ihrem Skandalerfolg "Das sexuelle Leben der Catherine M." beschreibt die Autorin aus Frankreich nun die andere Seite der Liebe. Ihr Buch ist die minutiöse Darstellung des Seelenlebens einer betrogenen Frau und zugleich eine zutiefst bewegende Liebesgeschichte.
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Catherine Millet: Eifersucht - Leseprobe beim Hanser Verlag
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 07.08.2010
So unspektauklär das Buch beginnt, so erstaunt lässt es Thomas Laux am Ende zurück. Für staunenswert hält der Rezensent vor allem die Offenheit und die glasklare analytische Sprache, mit der Catherine Millet sich hier mit ihren eigenen Schwächen, einer beißenden Eifersucht namentlich, diesem spießigsten aller Gefühle also und darum der libertären Autorin eigentlich fremd, befasst. Spektakulär findet Laux auch das Tempo, mit dem die konventionellen Muster unter Einfluss des Liebesentzugs greifen und die vormaligen Credos der Ausschweifung und Libertinage (in Millets Vorgängerbuch zelebriert) zu Staub zerfallen. Fazit des Rezensenten: Eine Fallstudie, die dem Leser das Thema auf so nie gelesene facettenreiche Weise nahebringt.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.06.2010
Also das ist es noch nicht, das reife Alterswerk der Catherine Millet aka Catherine M. Meint jedenfalls Joseph Hanimann und erklärt, warum das so ist und er nach dem forschen sexuellen Leben nun die Kehrseite, das eifersüchtige Leben der Catherine M. nur teilweise mit Interesse verfolgt hat. Als Exemplar der ersten sexuell befreiten Generation nämlich, das sich hier "symptomatisch genau" selbst dabei beäugt, wie es an dem überwunden Geglaubten fast zugrunde geht, taugt das Buch laut Hanimann durchaus. Wenn die Autorin aber moralisch wird und vom "ich" zum "wir" übergeht, scheint Hanimann der Abstand der Autorin bezüglich Distanz und philosophischer Schärfe zu großen Moralisten wie La Rochefoucauld oder Cioran weltengleich groß. Gut sei sie eben nur, wo sie sich selbst beschreibt.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.03.2010
Rose-Maria Gropp hat allen Respekt vor dem Mut dieser Frau. Schließlich geht es in dem neuen Geständnisbuch von Catherine Millet um ein radikal subjektives Gefühl, subjektiv bis es schmerzt, meint Gropp. Allerdings, und das bewundert die Rezensentin nicht weniger, wahrt Millet Distanz durch die Wahl einer glasklaren Sprache. Angesichts des wahnhaften Affekts der Eifersucht und der geschilderten Paranoia der Autorin keine Kleinigkeit, findet Gropp. Wie Millet die Eifersucht auf die Liebhaberin ihres Mannes zum Anlass nimmt, die eigene jahrelange Krise, die dunkle Welt des Triebs, aber auch die Kunst analytisch und bisweilen hysterisch zu durchdringen und ihr Leiden schließlich als Leidenschaft zu erkennen, hält Gropp für großartig. Das Werk einer Moralistin, meint sie.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 04.02.2010
Mit diesem Buch schlage Catherine Millet ein "weites Loch in das edle Gebäude" , das die Pariser Intellektuellen um den Mythos der sexuellen Freiheit errichtet hätten, schreibt Pascale Hugues, über "Eifersucht", das sie als "gewissenhafte, präzise, fast technische Bestandsaufnahme" eines Gefühls gelesen hat. Auch bescheinigt sie der Autorin großen Mut, nach ihrem Bestseller "Das sexuelle Leben der Catherine M." nun über die Kehrseite der Libertinage zu schreiben und damit seine notwendige Fortsetzung zu liefern. Dabei wage es Millet, das gebrochene Tabu in Worte von großer Klarheit zu fassen, brutal und "unendlich viel schmerzhafter" als im "unglaublichen Register ihres von jedem Tabu befreiten Sexuallebens" im Buch zuvor. Wieder öffne sie sich selbst, und zwar mitleidlos und unsentimental, wie Hugues schreibt. Millet erspare dem Leser zudem Psychologisierungen und Interpretationen. Die Kritikerin hat die französische Ausgabe gelesen. Was sie schreibt, ist wohl auch für die deutsche Edition gültig.
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