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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Michael Gamper

Elektropoetologie

Fiktionen der Elektrizität 1740-1870

Cover: Elektropoetologie

Wallstein Verlag, Göttingen 2009
ISBN-10 3835305530
ISBN-13 9783835305533
Gebunden, 332 Seiten, 29,90 EUR

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Klappentext

Wie kaum ein anderes naturwissenschaftliches Phänomen faszinierte die Elektrizität die Menschen vom 18. bis ins frühe 19. Jahrhundert. Aufsehenerregende Experimente machten mit Hilfe von komplexen Vorrichtungen und Instrumenten die Wirkungen einer unsichtbaren und flüchtigen Substanz anschaulich, eine widerspruchsfreie Erklärung aber gelang nicht. So umspielte die Evidenz des elektrischen Versuchs eine fundamentale Lücke des Wissens, eine Unkenntnis der "Natur" und des "Wesens" der Elektrizität. Dies führte dazu, dass der Einbildungskraft und der Fiktion besondere Rollen bei der Erkundung der Elektrizität und ihrer Potentiale zugesprochen wurden. Michael Gamper zeigt, wie Wissenschaftler, Schriftsteller und Dichter sich mit der Darstellbarkeit der Elektrizität und ihrer Konsequenzen für das Wissen der Zeit befassten, aus ihr aber auch neue Einsichten in die Poetik und den Status von Literatur gewannen. Dazu untersucht er Texte unter anderem von Lichtenberg, Novalis, Ritter, Kleist, von Arnim, Hoffmann und Stifter.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.02.2010

Raoul Schrott und Hans Magnus Enzensberger hätten ihre Freude an dem Buch, meint der Rezensent. Alexander Kosenina macht es auch Spaß, wenn Michael Gamper sich auf die Suche macht nach gemeinsamen Ursprüngen, Verfahren und Strategien von Wissenschaft und Poesie, genauer von Elektrizität und Dichtung. Klug und anregend findet Kosenina Gampers Blick auf beide Seiten des Transfers, bei Lichtenberg und bei den Romantikern. Zutage kommen Elektrizitätsmotive in der Literatur sowie Blitze, Ströme, Funken als poetische Verfahren. Und immer geht es um das Unbekannte, kaum Beschreibbare, im Gedicht wie im Experiment. Wenn der Autor dabei manchmal allzu elektrisiert erscheint von den seinen historischen Argumenten - Kosenina verzeiht's.

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