Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Katharina Sykora

Die Tode der Fotografie

Band 1: Totenfotografie und ihr sozialer Gebrauch

Cover: Die Tode der Fotografie

Wilhelm Fink Verlag, 2009
ISBN-10 3770549155
ISBN-13 9783770549153
Gebunden, 603 Seiten, 58,00 EUR

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Klappentext

Was verstehen wir vom Tod, wenn wir Fotografien von Verstorbenen betrachten? Und wen oder was sehen wir dabei? Wie gehen wir mit den Fotos um? Wo platzieren wir sie, wem zeigen wir sie, wo verbergen wir sie? Welche Art Beziehung unterhalten wir zu den Toten mit Hilfe ihrer Fotografien, und wie verständigen wir uns über sie? Ist uns dabei das Medium präsent, oder bleibt es eine durchsichtige Membran?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.03.2010

Sehr gefesselt hat Ralph Ubl Katharina Sykoras Studie zur Totenfotografie gelesen, die vielen für ihn interessanten Fragen nachgeht. Die Autorin untersucht die Entwicklung der Leichenfotografie, die bald nach Erfindung des neuen Mediums aufkam und um 1950 verschwand, fasst der Rezensent zusammen. Interessant findet er den von der Autorin konstatierten "Konflikt" zwischen den auf die Erinnerung abzielenden Totenriten und die auf den Augenblick konzentrierte fotografische Aufnahme. Auch die verschiedenen, mitunter erstaunlich opulenten Bildnisse prominenter oder unbekannter Toten erscheinen ihm bemerkenswert. Dabei spürt er deutlich, dass es Sykora wichtig ist, die Totenbildnisse aus heutiger Sicht nicht "vorschnell" als grotesk oder gruselig beiseite zu wischen. Denn "verstörend" sind die Abbildungen des Bandes mitunter schon, muss der Rezensent zugeben. Aber er lobt die Autorin ausdrücklich für ihre historisch und theoretisch fundierte Studie und freut sich bereits jetzt auf den in Kürze zu erwartenden zweiten Band, der sich mit der "Nähe des Todes in der Fotografie" aus Künstlersicht befasst.

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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 02.02.2010

Durchweg begeistert hat sich Steffen Siegel Katharina Sykoras Untersuchung von Totenfotografien gewidmet und mit großer Faszination in ihre Analysen der "verschlungenen Beziehungen" zwischen den Toten und ihren fotografischen Bildnissen vertieft. Die Braunschweiger Kunstwissenschaftlerin beschäftigt sich nicht nur mit der von Roland Barthes beschriebenen "Paradoxie" der unmittelbar scheinenden Fotografie eines doch schon längst Gestorbenen, sie knüpft auch an die soziologischen Forschungen eines Pierre Bourdieu an und überzeugt hier mit gründlichen Recherchen, lobt der Rezensent. Dabei gehe die Autorin aber mit ihren erhellenden kunstgeschichtlichen Analysen der Fotografien noch einen Schritt weiter in die "historische Bildforschung", was für Siegel den eigentlichen Reiz dieser Studie ausmacht. Dass zudem auch die grafische Gestaltung des Bandes durch Tobias Honert durch und durch überzeugt und der zweite Band für dieses Jahr angekündigt ist, macht dann auch das Rezensentenglück komplett.

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Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren