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Klappentext
Die Astrophysikerin Harriet, halbindisch, mathematikbegeistert, macht in ihrem Beruf aus wissenschaftlichen Daten schöne kosmische Bilder, ein wenig Lüge darf dabei schon sein. Auch zuhause scheint alles gut eingerichtet mit Partner Ash und Ben, dessen Sohn aus einer früheren Beziehung. Doch dann fährt Ash mit dem Auto ausgerechnet die Frau von Harriets Jugendliebe an, und Peter, der Mann, den sie längst vergessen zu haben glaubte, tritt von neuem in ihr Leben. Ein vermeintlich harmloses Liebesgetändel beginnt: Man ist ja offen, Heimlichkeiten und Eifersucht sind antiquiert, man verhält sich den Klischees der Gefühlswelt gegenüber abgeklärt. Doch Ulrike Draesner schickt die Heldinnen und Helden ihres neuen Romans in ein irrlichterndes Labyrinth aus romantischen Verwicklungen, das eine der Figuren nicht lebend verlassen wird.
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Ulrike Draesner: "Vorliebe" - Leseprobe bei Luchterhand
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 06.02.2010
Mit Lob überschüttet Rezensent Rolf-Bernhard Essig den neuen Roman von Ulrike Draesner. "Vorliebe" ist für ihn ein Werk, das auf verschiedenste Weise lesbar ist: als ergreifende Liebesgeschichte, als Bildungsroman, als philosophischer Roman über Wahrheit, Täuschung und das Wissbare und als "spielerisches Experiment mit grausamen, grotesken und lustigen Elementen". Nicht zuletzt erinnert ihn das Buch an Goethes "Wahlverwandtschaften", auch wenn die Autorin die Liebe überkreuz zu viert nicht aus, sondern nur anspiele. Bewundernd äußert sich Essig über die Komposition des Romans, die Sprachlust der Autorin, die Fülle von Verweisen und Motiven, das produktiv Verwirrende des Buchs. Besonders die "dramatischen Szenen" scheinen ihm klar, spannend und intensiv.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.01.2010
Restlos überzeugt hat dieser Liebes- als "Vorliebe"-Roman die Rezensentin Nicole Henneberg. Die Geschichte, die Ulrike Draesner darin erzählt, ist ersichtlich dem großen Vorbild von Goethes "Wahlverwandtschaften" nachgeformt. Zwei Paare verlieben sich über Kreuz: die Mathematikerin Harriet in den protestantischen Priester Peter; Harriets Freund Ash in die Pfarrersfrau Maria. Gut ausgehen wird es, auch a la Goethe, nicht. Wie es Draesner gelinge, die Klischees ihrer Grundkonstellation subtil zu transzendieren, das kann die Rezensentin nur mit Bewunderung konstatieren. In superlativischer Manier lobt sie den "Sprachwitz" ebenso wie die "Eleganz" der Autorin.
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